Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung

Verschiedene Akteure beteiligen sich an der gemein-wohlorientierten Stadtteilentwicklung. Grafik: MUR

Unterschiedliche Akteure beteiligen sich an der gemeinwohlorientierten Stadtteilentwicklung

Alte Samtweberei in Krefeld ist Zentrum des Projektes Nachbarschaft Samtweberei. Foto: Stefan Beyer

Alte Samtweberei in Krefeld ist Zentrum des Projektes Nachbarschaft Samtweberei

Ausgangslage: Stadtviertel mit schwierigen Perspektiven

Stadtteile mit besonderen ökonomischen und sozialen Belastungen kennt fast jede Stadt. Den einen droht eine Abwärtsspirale aus Armut und Ausgrenzung, die nicht selten mit Segregationsprozessen, instabilen Wohnungs- und Immobilienmärkten sowie schwach ausgeprägtem zivilgesellschaftlichem Engagement einhergeht. Anderen Stadtteilen drohen spekulative Immobiliengeschäfte und steigende Mieten, durch die das vor Ort bestehende soziale Gefüge den ökonomischen Zwängen nicht mehr standhalten kann. Beide Tendenzen können grundsätzlich langfristig den Zusammenhalt unserer Gesellschaft gefährden.

Hier setzt die Stiftung mit ihren Programmen Initialkapital für eine chancengerechte Stadtentwicklung an. Gerade dort, wo Stadtteile mit schwierigen sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen zu kämpfen haben, möchte die Stiftung mit ihren Projekten die Lebenslagen und Entwicklungschancen der Menschen vor Ort verbessern.

Ansatz: Initialkapital - Investition in Steine und Menschen

Das Programm Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung basiert auf der Idee, durch eine Investition in eine Immobilie dauerhaft Renditen für einen Stadtteil zu erwirtschaften. Diese Renditen sollen dem Stadtteil im doppeltem Sinne zugutekommen: Erstens über die sozialen Effekte, die von den Nutzern der Immobilie selbst ausgehen, und zweitens über konkrete, wirtschaftliche Gewinne, welche für gemeinnützige Vorhaben in den Stadtteil zurückfließen. Diese sollen vor allem die soziale und kulturelle Entwicklung des Stadtteils befördern sowie die Verbundenheit der Menschen mit ihrer teilweise neuen Heimat und die interkulturellen Verständigungsprozesse in den Blick nehmen. Auf diese Weise möchte die Stiftung dazu beitragen, dass sozial gemischte, heterogene Viertel mit funktionierendem Gemeinwesen und Teilhabemöglichkeiten für alle Bevölkerungsgruppen entstehen.

Im Pilotprojekt Nachbarschaft Samtweberei in Krefeld verfolgt die Stiftung diesen Ansatz erfolgreich seit 2013/14. Seit 2015 ist sie mit dem Projekt Urbane Nachbarschaft Freiimfelde in Halle an der Saale an einem zweiten Standort aktiv und befindet sich seit Ende 2017 in die Umsetzung des dritten Projekts Urbane Nachbarschaft BOB in Wuppertal.

Neben den genannten wird derzeit ein viertes Projekt rund und um die ehemalige Eisenhütte am Imbuschplatz in Bochum untersucht und aufgebaut. Weitere Initialkapitalprojekte werden laufend aktiv gesucht.

Initialkapital: Der Handlungsansatz in fünf Entwicklungsschritten erklärt

In Stadtteilen mit schwierigen Perspektiven (1) wird durch die Investition (2) und die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort ein entscheidender Impuls für mehr Eigeninitiative, Teilhabe und Verantwortung gegeben.

Das in die Immobilie investierte Kapital soll – trotz günstiger Mieten und Pachten – durch die Bewirtschaftung (3) Überschüsse erzielen, die auf Dauer einen Teil der Gemeinwesenarbeit im Quartier finanzieren (4). Damit soll ein übertragbares Modell an der Schnittstelle von Immobilienentwicklung, Gemeinwesenarbeit und zivilgesellschaftlich getragener Stadtteilentwicklung entwickelt werden (5).

Die Strukturen und eingesetzten Instrumente sollen mit den lokalen Akteuren so aufgebaut werden, dass sie von den Menschen und Institutionen vor Ort übernommen und weitergeführt werden können, wenn die Stiftung sich nach einigen Jahren wieder zurückzieht.

Wirkungsmechanismus des Stiftungsansatzes „Initialkapital“ in benachteiligen Stadtteilen. Abb. 1: Stadtteil mit Schwierigkeiten

Wirkungsmechanismus des Stiftungsansatzes „Initialkapital“ in benachteiligen Stadtteilen. Abb. 2: Investition in Immobilie

Wirkungsmechanismus des Stiftungsansatzes „Initialkapital“ in benachteiligen Stadtteilen. Abb. 3: Immobilie wird genutzt.

Wirkungsmechanismus des Stiftungsansatzes „Initialkapital“ in benachteiligen Stadtteilen. Abb. 4: Rendite fließt zurück in den Stadtteil

Abb. 1-5: Wirkungsmechanismus des Stiftungsansatzes „Initialkapital“ in benachteiligen Stadtteilen. Grafik: MUR

Wirkungsmechanismus des Stiftungsansatzes „Initialkapital“ in benachteiligen Stadtteilen. Abb. 5: Impulse durch Immobilie und Gemeinwesenarbeit.
 

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