Wuppertal

BOB Campus

Aufgegebener Textilfabrikstandort an der Nordbahntrasse in Oberbarmen

Strukturwandel und Stigmatisierung stellen den ehemaligen Arbeiterstadtteil Wuppertal-Oberbarmen vor große ökonomische und soziale Herausforderungen. Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben hier wenig Chancen auf Zugang zu Bildung, Arbeit und Einkommen. Als Ankunftsort und Lebensraum für Menschen aus 96 verschiedenen Herkunftsländern besitzt Oberbarmen aber auch eine besondere Vitalität und kulturelle Vielfalt. Der Fabrikstandort des Bünger Textilwerks Oberbarmen (BOB) liegt direkt an der Nordbahntrasse, die zentraler Teil des Wuppertaler Freizeit-, Fuß- und Radwegenetzes ist.  Durch die Entwicklung des Standorts zum BOB-Campus soll ein neues Kapitel in der Geschichte des Stadtteils beginnen.

 

Ein Campus für Arbeit, Lernen, Wohnen und Gemeinschaft

Ⓒ raumwerk.architekten

Mit Investitionen der Stiftung wird das aus einer dreistöckigen Fabrikhalle, zwei kleineren Shedhallen, zwei gründerzeitlichen Arbeiter-Wohnhäusern und einer Brachfläche bestehende Ensemble saniert und bis 2021 wieder in Nutzung genommen. Gewerbeflächen unterschiedlicher Preislagen machen Oberbarmen wieder attraktiv für Unternehmen und bringen Arbeit als Selbstverständlichkeit in das Viertel zurück. Eine KITA mit Sprachförderung und Schulräume für Kunst-, Technik- sowie eine Textilwerkstatt verschränken die gewerbliche Nutzung mit Bildungsangeboten. In großen und kleinen Wohnungen, zum Teil öffentlich gefördert und barrierefrei, finden große Familien, Senioren und Studenten-WGs ein neues Zuhause. Eine Etage mit rund 1.000 m² Fläche steht der Nachbarschaft für flexible Nutzung zur Verfügung. Unter anderem soll eine Viertelsküche entstehen. 

Neben der Investition in die Gebäude wird in Kooperation mit der Stadt Wuppertal auch die anliegende, ca. 4.500 m² große Brachfläche als Nachbarschaftspark entwickelt. Dieser wird inmitten des dicht bebauten Quartiers für die Menschen im Stadtteil ein Ort zur Erholung, zur Begegnung und der gemeinschaftlichen Gestaltung sein.

Gemeinsame Projektentwicklung verbindet Menschen, Unternehmen und Institutionen

In einem kooperativen Entwicklungsprozess wurden die Nutzungen gemeinsam mit Bürgern, Initiativen, Schulen, Trägern und der Stadt Wuppertal auf die Bedarfe des Stadtteils abgestimmt. Die so aufgebauten Netzwerke und Kooperationen werden weiterwachsen und über Planungs- und Bauphase hinaus wirksam sein. Mit der Fertigstellung der Gebäude und des Parks wird die gemeinsame quartiersbezogene Arbeit aktiv fortgesetzt. Möglich wird dies durch Überschüsse, die durch die Vermietung erwirtschaftet werden und dauerhaft für weitere Projekte und Aktionen auf dem BOB-Gelände und im Stadtteil zur Verfügung stehen. Ein Beirat wird darüber abstimmen und gemeinsam entscheiden, welche Vorhaben einen spürbaren Mehrwert für Oberbarmen/Wichlinghausen mit sich bringen.

Projektfakten

Das 3. Projekt im Programmbereich Initialkapital der Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Kooperationspartner

Projektinvestition

Immobilien

Nutzer

Eigentümer

Gesellschafter

Architekten/Planer

 

Projektentwicklung

2017

2018

2019