Offene Ganztagsschulen im Primarbereich

Qualitätsoffensive Ganztag

Während sich seitdem ganztägige Bildungsangebote quantitativ stark entwickelt haben, zeigen verschiedene Studien (StEG-Studie, BiGa NRW), dass wir nach über zehn Jahren Ganztagsschulentwicklung in Bezug auf qualitative Aspekte erst auf halbem Weg sind: Soziale Selektion ist nicht reduziert worden, sinnvolle Rhythmisierung ist selten, sodass sich die Tradition des deutschen Sonderwegs einer Halbtagsschule häufig fortsetzt.

Alina Ziegler
Tel.: +49 228 26716 310

Die Kooperation von Sozialpädagogik und Schulpädagogik verläuft nicht ohne Konflikte und vielerorts zurückhaltend, ein gemeinsames Bildungsverständnis ist nach wie vor nicht selbstverständlich. Die Arbeitsbedingungen des außerschulischen Personals sind oftmals prekär und finanziell unattraktiv. Gruppengrößen sind nicht beschränkt, somit sind 50 Kinder in einem Raum keine Seltenheit. Bei Personalausfall wird diese Zahl noch überschritten. Zudem liegt die Steuerung der ganztägigen Bildungseinrichtungen aus rechtliche Gründen in der Regel in verschiedenen Händen, sodass eine gemeinsame Arbeit erschwert wird.

„Mit einem gemeinsam entwickelten strukturellen und organisatorischen Gerüst für den Ganztag sollen die Schulen befähigt werden, Veränderungsprozesse partizipativ zu gestalten.“

 

Mit dem Projekt „Qualitätsoffensive Ganztag“ begleitet die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft Offene Ganztagsgrundschulen (OGS) im Aufbau inklusiver ganztägiger Bildungsstrukturen. Im Fokus stehen systemische Schulentwicklungsprozesse und der qualitätsorientierte Aufbau inklusiver ganztägiger Bildung. Exemplarisch werden hier Strukturen, Abläufe, Prozesse sowie die Steuerung und Organisation des Ganztages bedarfsorientiert in den Blick genommen (Rhythmisierung von Raum und Zeit, multiprofessionelle Teamarbeit, räumliche Bedingungen etc.).

Beteiligt sind alle Akteure im Ganztag:

Projektziel

Ziel der „Qualitätsoffensive Ganztag“ ist die Entwicklung eines gemeinsamen Bewusstseins über Handeln, Vertrauen, gegenseitige Anerkennung, geplante Zeit und vereinbarte Kommunikationsstrukturen.

Folgende Kriterien können dabei analysiert werden:

Die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft unterstützt den exemplarischen Prozess an ausgewählten Offenen Ganztagsgrundschulen: Externe Prozessbegleitungs-Tandems vereinbaren gemeinsam mit den Akteuren vor Ort konkrete Schritte und definieren individuelle Qualitätsbausteine.
Auf kommunaler Ebene finden Steuergruppentreffen mit multiprofessionellen Vertreterinnen und Vertretern  aus Schule und Jugendhilfe (Praxis und Verwaltung) statt, bei denen die Reflexion des Prozesses und die Organisation kommunaler Vernetzungsstrukturen im Vordergrund stehen.
Lernreisen zu Best-Practice-Beispielen („OGS on Tour“) bieten Inspirationen, Tipps und Ideen für das eigene Wirkungsfeld. In der Reihe „OGS-Akademie“ geben Expertinnen und Experten Inputs zu aktuellen Fragestellungen.

Rhein-Erft-Kreis (seit 2015)

Auf interkommunaler Ebene wurden Qualitätszirkel für alle Beteiligten angeboten. Fünf Offene Ganztagsgrundschulen (OGS) wurden durch eine externe Prozessbegleitung unterstützt, um individuelle Bedarfe zu erkennen und die Qualität ganztägiger Bildung zu steigern:

Schulamtsbezirk 1 Köln (seit 2018/2019)

Auf kommunaler Ebene soll der Dialog zwischen Bildungseinrichtungen und Trägervertreterinnen und Trägervertretern gefördert werden. Dazu sind ab März 2019 mehrere Veranstaltungen geplant. Fünf Offene Ganztagsgrundschulen (OGS) werden im Schuljahr 2018/2019 zu Qualitätsfragen und individuellen Bedarfen von externen Prozessbegleitungs-Tandems beraten und unterstützt:

OGS on Tour

Multiprofessionelle Kooperation ist eine zentrale Gelingensbedingung für inklusive ganztägige Bildung. Beim Lernreise-Programm #OGSonTour sind Tandems aus Praxis, Verwaltung und Forschung zum "Blick über den Tellerrand" eingeladen. Ziel ist der interregionaler Austausch mit Good-Practice-Beispielen, um gemeinsam Ideen für den eigenen Standort zu entwickeln.

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