Gemeinwohlorientiertes Konzeptverfahren
Praxispartner*innen gesucht
Wir suchen Kommunen, Kirchen, private Eigentümer*innen oder andere Akteur*innen aus der Immobilienpraxis, die gemeinsam mit uns das gemeinwohlorientierte Konzeptverfahren in einem konkreten Projekt erproben möchten.
Als Praxispartner*innen kommen insbesondere Akteur*innen infrage, die
über ein konkretes Grundstück oder eine Bestandsimmobilie verfügen,
eine gemeinwohlorientierte Entwicklung ermöglichen möchten,
die Immobilie selbst nicht betreiben und/oder eigenständig entwickeln wollen,
noch nicht mit einer Entwicklung oder Vergabe begonnen haben,
grundsätzlich bereit sind, die Immobilie zu einem vorab festgelegten Preis zu vergeben,
Zeit und personelle Ressourcen für die gemeinsame Vorbereitung und Durchführung der Veräußerung einbringen können und
Interesse daran haben, das Verfahren gemeinsam mit uns auszuwerten und weiterzuentwickeln.
Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.
Mehr Informationen finden Sie hier.
Bis wann kann ich mich bewerben?
Wir sammeln Bewerbungen bis Ende des Jahres 2026. Danach prüfen wir alle eingegangenen Bewerbungen und starten im ersten Quartal 2027 mit dem Auswahlprozess.
Wie bewerbe ich mich?
Es gibt keinen formalisierten Bewerbungsbogen. Senden Sie eine kurze Projektbeschreibung per E-Mail an konzeptverfahren(at)montag-stiftungen.de.
Welche Angaben soll die Bewerbung enthalten?
Beschreiben Sie die Immobilie oder das Grundstück, die Ausgangssituation und die Eigentumsverhältnisse, den möglichen zeitlichen Rahmen, gegebenenfalls mögliche Förderungen sowie Ihre Motivation für die Zusammenarbeit.
Wie umfangreich dürfen die Unterlagen sein?
Die Bewerbung sollte höchstens fünf Seiten umfassen. Eine kürzere, aussagekräftige Darstellung ist ausdrücklich möglich.
Wie viele Praxisprojekte werden ausgewählt?
Voraussichtlich werden zwei bis drei Praxisprojekte ausgewählt.
Nach welchen Kriterien wird ausgewählt?
Entscheidend sind das Lernpotenzial für die Weiterentwicklung des gemeinwohlorientierten Konzeptverfahrens und das Umsetzungspotenzial des Projekts. Bei der Gesamtauswahl achten wir außerdem auf eine möglichst vielfältige Zusammenstellung der Praxisprojekte hinsichtlich der regionalen Verteilung, der Eigentümer*innenschaft und des vorhandenen Bestands.
Wer trifft die Auswahl?
Die Auswahl erfolgt intern in der Montag Stiftung Urbane Räume gemeinsam mit den beteiligten Begleitbüros. Die erfolgversprechendsten Projekte werden zuvor vor Ort besucht.
Was passiert nach Eingang meiner Bewerbung?
Sie erhalten zunächst eine Eingangsbestätigung. Im Januar 2027 informieren wir Sie darüber, ob Ihr Projekt für einen Vor-Ort-Besuch ausgewählt wurde. Die Besuche finden im ersten Quartal 2027 statt. Die endgültige Rückmeldung erfolgt im zweiten Quartal 2027.
Sind bereits vorhandene Interessierte an der Liegenschaft ein Hindernis für die Bewerbung?
Nein. Bereits vorhandene Interessierte schließen eine Bewerbung nicht aus. Das Konzeptverfahren muss jedoch ergebnisoffen durchgeführt werden können.
Können mehrere Gebäude als ein Projekt betrachtet werden?
Das ist möglich, wenn die Gebäude einen sinnvoll zusammenhängenden Gebäudekomplex bilden. Ob mehrere Gebäude oder Liegenschaften gemeinsam eingereicht werden können, klären wir am besten vorab anhand der konkreten Situation.
Welche Rolle spielt eine zeitnahe Umsetzung des Verfahrens bei der Auswahl?
Wir möchten nach der Auswahl der Projekte im ersten Quartal 2027 im zweiten Quartal 2027 eine Kooperationsvereinbarung abschließen und mit der Vorbereitung des Konzeptverfahrens beginnen. Dieser Zeithorizont sollte bei den eingereichten Bewerbungen eingehalten werden können.
Zu unseren vollständigen FAQs geht es hier.
Boden sichern für das Gemeinwohl
Das Gemeinwohlorientierte Konzeptverfahren eröffnet andere Möglichkeiten für öffentliche, gemeinnützige und private Grundstücks- und Immobilieneigentümer*innen, Initiativen sowie Immobilienakteur*innen, gemeinsam an der Stadt von morgen zu bauen – inklusiv, fair und zukunftsfähig.
Im Rahmen des Prozesses Gemeinwohlorientiertes Konzeptverfahren hat die Montag Stiftung Urbane Räume gemeinsam mit einem interdisziplinären Fachbeirat, bestehend aus 16 Expert*innen aus verschiedenen Bereichen der Stadt- und Immobilienentwicklung, neue Ansätze für die gemeinwohlorientierte Vergabe von Grundstücken und Immobilien in Deutschland entwickelt. Im Zentrum steht dabei ein Paradigmenwechsel: Nicht der höchste Preis entscheidet darüber, wer (um-)bauen darf, sondern das überzeugendste Konzept.
Gemeinsam mit dem Beirat haben wir Qualitätskriterien für gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung erarbeitet. Diese sollen zur Grundlage eines musterhaften Vergabeverfahrens werden. Kommunen, weitere öffentliche, kirchliche, gemeinnützige, genossenschaftliche oder private Eigentümer*innen sowie Initiativen unterstützen wir damit dabei, gemeinwohlorientierte Konzeptverfahren transparent und rechtssicher umzusetzen.
Nicht der höchste Preis entscheidet darüber, wer (um-)bauen darf, sondern das überzeugendste Konzept.
Konzeptverfahren: Faire Veräußerung durch Qualität statt Höchstpreis
Konzeptverfahren (auch Konzeptvergabe oder Konzeptausschreibung genannt) sind eine Form der Grundstücksveräußerung, bei der nicht der Marktpreis, sondern die Qualität des Nutzungskonzepts über den Zuschlag entscheidet.
- Besonders Kommunen können damit ihre Stadtentwicklungsziele wirkungsvoll verfolgen und die Vergabe aktiv steuern. statt Veräußerung zum Höchstpreis: Vergabe zum Festpreis Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und soziale Wirkung
- mehr Chancengleichheit durch offene und niedrigschwellige Verfahren
Mit der Neuen Leipzig-Charta bekommt die Gemeinwohlorientierung unter dem Titel „Die transformative Kraft der Städte für das Gemeinwohl” einen hohen Stellenwert. Auch im Bereich von Geldanlagen legt die EU ein Augenmerk auf Gemeinwohlorientierung und Nachhaltigkeit und weitet ab 2025 die Berichterstattungspflicht vieler Unternehmen über die Auswirkungen ihres Handelns auf die Gesellschaft aus: Mit den sogenannten ESG-Kriterien müssen Unternehmen Rechenschaft über ihre Aktivitäten in den Bereichen Umwelt (environment), Soziales (social) und Unternehmensführung (governance) ablegen.
Montag Stiftung Urbane Räume gAG
Die Montag Stiftung Urbane Räume gAG ist eine gemeinnützige, operative Stiftung. Sie wurde 2005 gegründet und gehört zur Gruppe der Montag Stiftungen in Bonn. Mit ihren Projekten nach dem Initialkapital-Prinzip erprobt die Stiftung eine Methode für gemeinwohlorientierte Stadtteilentwicklung, die nachhaltig Chancen für Menschen bietet, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Es wurden bereits mehrere Nachbarschaftsprojekte in ganz Deutschland fertiggestellt, weitere sind in Planung.
Diese Erfahrung überträgt die Stiftung jetzt auf Konzeptverfahren, hat den hier beschriebenen Prozess initiiert und koordiniert ihn.
Ansprechpartner*innen: Mona Gennies und Sascha Kullak
Der Beirat als Arbeitsgremium und kritische Freund*innen
Ein Arbeitsgremium aus 16 Beirät*innen begleitet den Prozess. Gemeinsam mit diesen Expert*innen aus unterschiedlichsten Bereichen der Stadt- und Immobilienentwicklung entsteht ein multiperspektivischer Blick, in dem vielfältiges Wissen und wertvolle Erfahrungen aufeinandertreffen.
Der Beirat als Arbeitsgremium und kritische Freund*innen
Ein Arbeitsgremium aus 16 Beirät*innen begleitet den Prozess. Seit Januar 2024 unterstützen sie den Prozess und die Redaktion des digitalen Leitfadens als Impulsgeber*innen und kritische*r Freund*innen. Gemeinsam mit diesen Expert*innen aus unterschiedlichsten Bereichen der Stadt- und Immobilienentwicklung entsteht ein multiperspektivischer Blick, in dem vielfältiges Wissen und wertvolle Erfahrungen aufeinandertreffen.
In regelmäßig stattfindenden Treffen, welche durch die Montag Stiftung Urbane Räume vorbereitet, durchgeführt und durch die stattbau münchen GmbH unterstützt werden, erfolgt in Kleingruppen eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den Themen.
Beiratsmitglieder
| Staat | Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen | Christian Meyer |
| Kommune | Stadt Frankfurt – Amt für Wohnungswesen | Katharina Wagner |
| Landeshauptstadt Stuttgart – Amt für Stadtplanung und Wohnen | Michael Kunert | |
| Freie und Hansestadt Hamburg – Agentur für Baugemeinschaften | Elke Seipp | |
| Forschungsinstitut/ Stiftung | Deutsches Institut für Urbanistik | Ricarda Pätzold |
| TH Lübeck – Fachbereich Bauwesen | Marcus Menzl | |
| Montag Stiftung Urbane Räume gAG | Johanna Debik | |
| Planung / Beratung / Koordinierung / Umsetzung | stattbau münchen GmbH | Natalie Schaller |
| stattbau Berlin GmbH | Constance Cremer | |
| Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e. V. | Birgit Kasper | |
| Initiative / Zivilgesellschaft | Hansaforum, Münster | Sascha Kullak |
| Konglomerat e. V., Dresden | Bettina Weber | |
| ExRotaprint GmbH, Berlin | Daniela Brahm | |
| Baugenossenschaft mehr als Wohnen, Zürich | Claudia Thiessen | |
| Immobilienwirtschaft | Max von Bredow Baukultur GmbH | Karin Drexler |
| belius GmbH | Andreas Krüger |
Stattbau München GmbH
Die stattbau münchen GmbH berät und begleitet Kommunen und die Immobilienwirtschaft bei baulichen Entwicklungsprozessen. Gemeinsam mit den Beteiligten entwickelt sie Konzepte zu Mobilität und Nachbarschaftsentwicklung und Quartiersmanagement. Im Fokus steht der gesellschaftliche Mehrwert der Entwicklung und dessen langfristige Sicherung durch fruchtbare Partnerschaften und wirksame Instrumente. Hierzu werden mit den Kommunen passende Konzeptvergabeverfahren entwickelt. Mit diesem Hintergrundwissen hat die stattbau München GmbH im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Stiftung den Beiratsprozess zur Erarbeitung des Gemeinwohlorientierten Konzeptverfahrens entworfen, organsiert und moderiert sowie eigene Erfahrungen einfließen lassen.
Ansprechpartnerin: Natalie Schaller
| 2024 | Multiperspektivischer Beirat erarbeitet die wesentlichen Inhalte des Gemeinwohlorientierten Konzeptverfahrens in insgesamt acht Arbeitstreffen. |
| 2025 | Abschluss des Beiratsprozesses zur Erarbeitung des Gemeinwohlorientierten Konzeptverfahrens. Zusätzliche Expert*inneninterviews und Prechecks zu den Ergebnissen. |
| 2026 | Reallabore: Aufruf für Pilotprojekte durch die Montag Stiftung Urbane Räume. Konzeption einer interaktiven Web-Plattform, die Wissen zum Gemeinwohlorientierten Konzeptverfahren bündeln und Nutzer*innen Schritt für Schritt durch das Verfahren führen soll. |
| 2027 | Reallabore: Begleitung Pilotprojekte durch die Montag Stiftung Urbane Räume zum Testen des Instruments. Umsetzung der interaktiven Web-Plattform im Austausch mit den Mitgliedern des ehemaligen Beirats. |
| Laufend | Austausch und Fokusgespräche mit weiteren Akteur*innen, die sich mit verwandten Themen beschäftigen und ihre Expertise ergänzen möchten. |
Prozessevaluation Volkshaus Cotta
Es gibt wenige praktische Beispiele für durchgeführte Konzeptverfahren im Bestand. Aufgrund dessen hat die Montag Stiftung Urbane Räume den Prozess Volkshaus Cotta in Dresden als Beispiel für ein solches Konzeptverfahren methodisch evaluiert, um daraus zu lernen. Diese Evaluation wird hier zur Verfügung gestellt.
Auch wenn hier noch von keinem Paradebeispiel die Rede sein kann, verdeutlicht das Volkshaus, das grundsätzliche Ziel: Eigentümer*innen können durch strategische Planung Räume schaffen, die Kultur, Kreativität und Nachbarschaft vereinen. Durch die gezielte Einbindung gemeinwohlorientierter Akteur*innen entstehen Orte, die den Stadtteil stärken und neue Perspektiven eröffnen.
Ergebnisse der Prozessevaluation: Download
ZUKUNFT STATT LEERSTAND
Gebäude nach Konzept veräußern. Ein Leitfaden für kleinere Kommunen. Initiiert vom Netzwerk Zukunftsorte e. V. in Zusammenarbeit mit Montag Stiftung Urbane Räume gAG, FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e. V., Bundesvereinigung Landesberatungsstelle gemeinschaftliches Wohnen in Hessen und Dezentrale – Netz für gemeinschaftliches Wohnen in Sachsen.
Leitfaden: Download
Interaktive Web-Plattform in Vorbereitung
Aktuell entwickelt die die Montag Stiftung Urbane Räume im Austausch mit den Mitgliedern des ehemaligen Beirats eine interaktive Web-Plattform, die alle Informationen rund um das Gemeinwohlorientierte Konzeptverfahren bündeln und Nutzer*innen Schritt für Schritt durch das Verfahren leiten soll.
Ziel: Ein niedrigschwelliger, praktikabler und, deutschlandweit anwendbarer Standard für die Entwicklung von Gemeinwohl-Immobilien nach dem Konzeptverfahren. Die Plattform soll Auslobenden ermöglichen, ihre Immobilie einfach, schnell und erfolgreich auszuschreiben und dafür Bewerbungen mit gemeinwohlorientierten Ideen zu erhalten!
Im September 2025 wurden beim NSP-Kongress (Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik) in Rostock die Zwischenergebnisse vorgestellt und im Rahmen eines Fishbowl-Formats diskutiert. Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist hier zu sehen:
Kontakt:
Sie sind Eigentümer*in, in der Verwaltung tätig oder Teil einer Initiative? Sie interessieren sich für einen Austausch zum Thema „Gemeinwohlorientiertes Konzeptverfahren"? Sie möchten den derzeitigen Arbeitsstand als Arbeitspapier erhalten? Melden Sie sich gern!
Mona Gennies
Referentin Gemeinwohl und Konzeptverfahren
Tel.: +49 (0) 228 267 16-475
konzeptverfahren(at)montag-stiftungen.de
Sascha Kullak
Referent Gemeinwohl und Konzeptverfahren
Tel.: +49 (0) 228 267 16-485
konzeptverfahren(at)montag-stiftungen.de




