Remscheid

HONSWERK

Der Honsberg - Remscheids älteste Arbeitersiedlung

Mit seiner 2.300 Menschen aus 43 Ländern zählenden Bewohnerschaft ist der Honsberg einer der diversesten Stadtteile Remscheids. In den 1920er Jahren entwarf Ernst Bast das reizvolle Siedlungsensemble auf einem von grünen Bachtälern umschlossenen Höhenrücken. Frei von Durchgangsverkehr, ruhig, natur- und innenstadtnah steht Remscheids ältester Arbeitersiedlung aber auch vor großen Herausforderungen: Arbeitsplatzverluste, Einwohnerschwund, Grundschulschließung, hoher Wohnungsleerstand sowie stadtweite Vorurteile gegenüber Quartier und Bewohnern. Andererseits machen Solidarität und Zusammenhalt den Stadtteil stark und Kreative haben Leerstände für sich erschlossen. Auf diese Stärken baut das Projekt HONSWERK auf, als wichtiger Beitrag für die Stabilisierung des Stadtteils.

 

Zusammen Wohnen, Leben, Arbeiten, Lernen und Entdecken im HONSWERK

Seit 2017 engagiert sich die Stiftung zusammen mit der örtlichen Wohnungsbaugesellschaft GEWAG und der Stadt Remscheid im Stadtteil. Das Projekt HONSWERK wurde in drei Jahren unter Beteiligung der Bürgerschaft partnerschaftlich entwickelt, auf der Grundlage der Strategie „Made by Honsberg“. Ziel ist der Aufbau einer produktiven und solidarischen Stadtteilgemeinschaft, mit besseren Teilhabe- und Bildungschancen für alle im Quartier. Das HONSWERK soll in zwei Blocks im Südosten des Stadtteils Flächen zum günstigen Wohnen, Arbeiten und Lernen und Werken bereitstellen sowie Werkzeuge, Ansprechpartner und Know-How. Neben rund 42 öffentlich geförderten Wohnungen und zwei Bürogemeinschaftshäusern, ist auch eine gemeinnützige Bildungseinrichtung geplant - die HONSWERKSTATT mit Stadtteilgarten. Die Bestandsentwicklung ist in 15 alten, großenteils leerstehenden GEWAG-Siedlungsbauten mit rund 3.650 m² Mietfläche vorgesehen. Jährliche Überschüsse aus der Wohn- und Büroentwicklung sollen in voller Höhe in engagierte Stadtteilarbeit fließen, auch in Aktivitäten in der HONSWERKSTATT.

In einem LOI haben die drei Partner Stiftung, Stadt und GEWAG ihre Absicht erklärt, jeweils einen fairen Beitrag zum Gelingen des Projekts zu leisten. Die GEWAG beabsichtigt, die Grundstücke und Häuser im Erbbaurecht zur Verfügung stellen. Die Stiftung könnte die Häuser dann mit ihrem Kapital herrichten und gemeinwohlorientiert entwickeln. Die Stadtverwaltung ist beauftragt, die HONSWERKSTATT als Städtebauförderprojekt aufsetzen. Die Machbarkeitsprüfungen und Verhandlungen werden vermutlich bis Ende 2020 abgeschlossen sein, der Projekt-Startschuss ist für das Frühjahr 2021 zu erwarten.

Gemeinsame Vision für die HONSWERKSTATT

Ⓒ Simon Veith

Die neuartige HONSWERKSTATT ist Bildungsort, Treffpunkt, Werkstatt und Garten zugleich. Sie dient der technisch-handwerklichen, gestalterischen und ökologischen Bildung und wird Innenräume (Neubauten + modernisierte Altbauten auf ca. 500 m²) wie auch Freiflächen (Stadtteilgarten, Blockinnenbereiche, Nutzgärten) umfassen.

Die HONSWERKSTATT soll Menschen aller Altersgruppen und Herkunft zusammenbringen, die hier neue Lern-, Bildungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten finden. Vielgestaltig wie der Honsberg selbst, wird sie partnerschaftlich zusammen mit Bewohnern, Netzwerk-Partnerinnen und Akteuren nah am Bedarf entwickelt. Erstes Zwischenergebnis von Residenzwoche (Video dazu hier), Quartiers- und Akteursworkshops sind drei Kern-Nutzungen:

(a) „Tool-Lab“ / Junior-Handwerksakademie für Kinder und Jugendliche, insbesondere an der Schnittstelle Schule-Berufsorientierung
(b) Offene Stadtteilwerkstatt (z.B. Möbel-, Druck- u. Textilwerkstatt) und offener Stadtteilgarten
(c) Kolleg-In-Honsberg - Bildungsangebote für Mädchen und Frauen, gerade auch aus Zuwandererhaushalten

Die Bausteine sollen mit bestehenden Remscheider Angeboten abgestimmt und im Testbetrieb aus dem Machen heraus weiterentwickelt werden. Bis dieser startet, verkürzen Aktionen wie die Sommerakademie Honsberg mit Ins Blaue oder #honsbergleuchtet die Wartezeit.

 

Projektfakten

Das 5. Projekt im Programmbereich Initialkapital der Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Kooperationspartner

Eigentümer

Gesellschafter

Architekten/Planer


Projektentwicklung

2020

2019

2018

2017