Krefeld

Samtweberei

Ehemalige Samtweberei zwischen Hauptbahnhof und Hochschule Niederrhein

Das Samtweberviertel in der Krefelder Innenstadt ist geprägt durch dichte gründerzeitliche Blockrandbebauung und seit vielen Jahrzehnten Ankunfts- und Wohnort für Zuwanderer. Aber auch Künstler sowie Studierende der nahen Hochschule Niederrhein leben gern in dem lebendigen, vielfältigen und kreativen Stadtteil. Dennoch hat das Quartier bei vielen Krefeldern ein eher schlechtes Ansehen. Nach ihrer Stilllegung in den 1970er Jahren wurden Teile der ehemaligen Samt- und Seidenweberei an der Lewerentzstraße als Bürofläche von der Stadtverwaltung genutzt. Mit deren Auszug 2007 galt es, eine neue Nutzung für das ebenso große wie identitätsgebende Backsteinensemble zu finden.

Gemeinsam Wohnen, Leben und Arbeiten im alten Samtweberblock

Nach Abschluss eines Erbbaurechtsvertrags mit der Stadt Krefeld im Jahr 2014 und dem Erwerb der Gebäude, begann die Projektgesellschaft Urbane Nachbarschaft Samtweberei gGmbH (UNS) unter intensiver Beteiligung der Nachbarschaft und der zukünftigen Nutzer/Mieter individuelle Konzepte für jedes der Gebäude zu entwickeln. Schnell und ohne Nutzungsänderung oder große Umbauarbeiten konnten 25 junge Unternehmen die preisgünstigen Arbeitsräume im Pionierhaus beziehen. Der denkmalgeschützte Blockrandbau wurde behutsam erneuert. Die dort entstandenen 37 Mietwohnungen für verschiedene Haushalts- und Wohnformen sind zu einem Drittel öffentlich gefördert und preisgebunden. Das „Nachbarschaftszimmer“ im Erdgeschoss ist Schaufenster für das Projekt und wird im Eigenbetrieb engagierter Nachbarn geführt. Im Torhaus befinden sich teurere Büroflächen mit höherem Ausbaustandard. Eine Sheddachhalle überdeckt rund 3.000 m² des Blockinnenraums und steht als halböffentlicher, überdachter Freiraum nicht nur den Mietern der Samtweberei, sondern auch der weiteren Nachbarschaft zur Verfügung. Sie wird als Spiel- und Sportplatz, großes Gartenzimmer, Werkstatt und Fläche für Aktivitäten und Veranstaltungen im Quartier benutzt.

Jährlich 60 Tausend Euro und 2.500 Stunden fürs Viertel

An die Gewerbe-Mietverträge sind so genannte Viertelstunden gekoppelt: Abhängig von der Größe und Preis der Mietfläche erbringen die Mieter eine bestimmte Stundenzahl gemeinnütziger Arbeit für das Samtweberviertel. In Summe kommen so pro Jahr mehr als 2.500 Stunden für Gemeinwesenarbeit zusammen. Zusätzliche Kooperationen mit Sozial-, Kultur- und Bildungsträgern im Quartier sollen die Teilhabeangebote, vor allem für Kinder und Jugendliche, in Zukunft noch ausbauen. Auch die Überschüsse aus der Immobilienbewirtschaftung, die jährlich circa 60.000 Euro betragen, fließen zurück ins Quartier. Immobilienbewirtschaftung und Stadtteilarbeit, Eigennutz und gesellschaftliches Engagement sind auf diese Weise eng miteinander verwoben. Mit dem Projektfond, einem Kreis von bald 200 Aktiven, den Viertelstunden und dem Viertelsrat wurde eine selbsttragende Struktur für dauerhaft gemeinwohlorientiertes Wirtschaften aufgesetzt.

Projektseite

Projektfakten

Das 1. Projekt im Programmbereich Initialkapital der Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Kooperationspartner

Projektinvestition

Immobilien

Eigentümer

Gesellschafter

Architekten/Planer

 

Projektentwicklung

2014

2015

2017

2018/19