Schul- und Softwareentwicklung gehen im Projekt lernlog Hand in Hand. Als digitaler Lernbegleiter unterstützt die Software die Kinder und Jugendlichen in ihren Lernprozessen in offenen Lernformaten. Besonders verbreitet sind Lernzeiten, Lernbüros, Projekte und Werkstätten. Je offener das Lernformat, desto mehr ist die Selbstorganisation von Schülerinnen und Schülern gefordert und desto wichtiger ist die Frage, wie die Lernbegleitenden sie dabei unterstützen und beraten können.

Mit dem selbstorganisierten Lernen im Rahmen einer inklusiven ganztägigen Bildung verändert sich die Rolle der Lehrenden von der Wissensvermittlung hin zur Lernbegleitung in multiprofessionellen Teams – neben Lehrkräften sind sozialpädagogische Fachkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie weitere Personen am Lerngeschehen beteiligt. Ausgehend vom einzelnen Kind oder Jugendlichen berücksichtigt dieser Ansatz vor allem auch individuelle Voraussetzungen, Stärken und Interessen.

lernlog – das digitale Logbuch

Ein oft genutztes Instrument, das die Schülerinnen und Schüler in ihrer Selbstorganisation unterstützt, ist das sogenannte Logbuch, auch bekannt als Schulplaner oder Lernbegleiter. Ein Logbuch enthält allgemeine Schulinformationen, einen Kalender über ein ganzes Jahr, Wochenübersichten, freie Felder für Feedback der Lernbegleitenden, Fragebögen für Lernentwicklungsgespräche, Fragen zur Selbstreflexion und weitere Elemente. Logbücher sind schulspezifisch: Sie werden von jeder Schule individuell erstellt und fördern das selbstgesteuerte und selbstorganiserte Lernen.

Wie kann Selbstorganisation heute digital gefördert werden? lernlog ist ein digitales Logbuch für Schülerinnen, Schüler und alle, die sie beim Lernen begleiten. Dabei geht es nicht darum, ein „analoges“ Logbuch eins zu eins in ein digitales Tool zu übersetzen. lernlog kann Daten zusammenfassen, Überblicke über die Lernprozesse erzeugen, Lernverläufe visualisieren und damit eine qualitativ bessere und schnellere Grundlage für die Beratung durch Lernbegleitende bieten. Die persönliche individuelle Lernberatung als grundlegender Baustein der Beziehungsarbeit bleibt auch hier erhalten und wird durch lernlog digital unterstützt. Es entsteht ein offenes Lernsetting im Sinne einer inklusiven Lernumgebung, in der die individuellen Stärken, Potenziale, Neigungen, Interessen und Entwicklungsfelder jedes einzelnen Schülers und jeder einzelnen Schülerin im Mittelpunkt stehen.

Softwareentwicklung mit Schulen für Schulen

Die Entwicklung der Software lernlog findet partizipativ und agil statt. Die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer – also der Schülerinnen und Schüler, der Lernbegleitenden und weiterer pädagogischer Fachkräfte – spielt dabei eine zentrale Rolle. Als Expertinnen und Experten des Lernens tragen sie dazu bei, lernlog zu einem praktikablen und nutzerzentrierten Tool zu gestalten.

Steuergruppe – Vielfalt an Perspektive und Expertise
Wissenschaftliche Expertise
Prozess – Partizipative und agile Entwicklung

Während der Entwicklung entsteht ein regelmäßiger Austausch, der alle Beteiligten dazu einlädt, User Storys zu formulieren, entwickelte Funktionen im Tool zu testen und Feedback an uns zurückzuspielen.

lernlog Community: Pädagogische Impulse als Anstoß zur Schulentwicklung

lernlog ist ein pädagogisch-didaktisches Instrument. Während das Schuljahr 2020/21 von der technischen Entwicklung geprägt war, rückt im Schuljahr 2021/22 – ab der Version lernlog 1.0 – die Begleitung der Schulentwicklungsprozesse an den Projektschulen in den Vordergrund.

Die Teilnehmenden bilden eine lernlog Community, in der sie sich gegenseitig inspirieren und in Schulentwicklungsfragen unterstützen können. Diese Erfahrungen fließen dann auch in die technische Entwicklung zurück.

Ab September 2021 können sich Interessierte aus der Schulgemeinschaft bei einem „Community Call mit pädagogischem Impuls“ informieren. Neben einem Impuls aus der Lernforschung werden konkrete Umsetzungsmöglichkeiten im lernlog gezeigt und anschließend im kollegialen Austausch diskutiert. Im Mittelpunkt stehen die konkreten Erfahrungsberichte verschiedener Perspektiven aus den Schulen. So entsteht eine soziale und kollaborative Lernumgebung, in der miteinander und voneinander gelernt wird.