Lost&Found [2026]
Mit dem Jahr 2026 läuten wir ein neues Leitthema ein: GRIEF startet als dreijähriges Projekt, um sich an verschiedenen Standorten mit verschiedenen künstlerischen Formaten einem Thema zu widmen, für das es häufig nicht ausreichend Dialog zu geben scheint: Verlust. Das Phänomen des „Verlustes“ als die Aufgabe oder Zerstörung einer Verbindung kann breit gefasst werden: personal, örtlich, gegenständlich, imaginär. Es ist ein Thema, was uns alle auf die ein oder andere Weise betrifft, in der Gesellschaft aber häufig keinen Platz findet. Der fehlende Austausch, das daraus resultierende Gefühl von Einsamkeit oder Isolation, kann nicht nur individuelle, sondern auch gesellschaftliche und sogar demokratiegefährdende Konsequenzen haben. Kunst als verbindendes Element kann dazu beitragen transformative Potenziale zu entdecken, die im Umgang mit Verlust lebenswichtig sind. Startposition ist im Sommer 2026 Ludwigshafen, wo wir mit Lost&Found die Themenreihe starten.
Lost&Found - Über das Verlieren, Suchen & Finden
Vom 3. Juni - 29. August 2026 öffnet unser künstlerisches Lost&Found-Büro in der Ludwigshafener Innenstadt. Im Unterschied zum klassischen Fundbüro ist unser Büro weniger von der Transaktion von Verlust-Suche-Fund-Rückgabe einer und desselben Wertsache, sondern mehr von der Idee der möglichen Transformation eines (immateriellen) Verlustes getrieben. Können Verluste wie die Uhr, der Verlobungsring, die Idee oder die Vorstellung einer Zukunft nach ausreichender Suchbewegung neue Formen annehmen?
Als Schnittstelle zur Stadt Ludwigshafen, lädt das Lost&Found-Büro Bürger*innen und Interessierte in einem umgestalteten Container im öffentlichen Raum ein, gemeinsam mit lokalen Künstler*innen und Partner*innen das Gespräch zu eröffnen und mit Freude, Mut und Zuversicht ein oftmals tabuisiertes Thema künstlerisch zu erforschen und gestalterisch tätig zu werden. Mit der Zeit wird „das Gefundene“ wachsen, sich verändern und vielleicht eine alte und neue Verbundenheit zwischen den Menschen, den Dingen, dem Ort und der Zeit entstehen lassen.
Unser künstlerisches Fundbüro vor Ort
Das Programm ist kostenfrei und offen für alle! Keine Anmeldung erforderlich!
| 04.06.-06.06. 15-19 Uhr | Jaaah Collective Verlorene Zeiten, gefundene Wesen Verlorengegangene Dinge, verlorene Natur, verlorener Bezug zur Umwelt, verlorener Dialog mit sich selbst beim gestalterischen Tun… das sind die Grundideen, auf denen unsere Anleitung zum Malen, Bauen, Experimentieren auch mit gefundenen Materialien beruht. Es könnte ein utopisches Fabelwesen entstehen, es könnten Fantasie- und Traumgestalten zu einem größeren Ensemble zusammengefügt werden – es wird sich finden! | |
| 10.06.-12.06. 15-19 Uhr | Alice Musiol & Studierende der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft, LU Gemeinsam einsam Einsamkeit geschieht nicht nur hinter geschlossenen Türen. Wie können wir mit schweren Phasen in unserem Leben umgehen? Wir begegnen Bildern von Isolation und Leere tagtäglich im urbanen Umfeld, wenn wir unseren Blick darauf richten. Anhand von visuellen und haptischen Ausschnitten der Wirklichkeit wollen wir mit dem Thema experimentieren. Dabei kann und wird Kunst ein Ventil für Emotionen sein. | |
| 18.06./20.06./01.08. 13.08./15.08./29.08. 15-19 Uhr | Karin Maria Zimmer Verborgene Pflanzenstimmen Naturklang – Wahrnehmung – Resonanz Zwischen Pflasterstein, Mauern und in Brachen wachsen Pflanzen, die von Verlust und Neubeginn erzählen – durch ihre Klänge. Diese wollen wir gemeinsam entdecken und gestalten. Alle Termine sind einzeln besuchbar. | |
| 17.06.-20.06. 15-19 Uhr | post beul buffett Hurra, post beul buffett kommt nach Ludwigshafen! Die werden alles voll posten am 17.06., Blech verbeulen am 18.06., büfettieren am 19.06. und wir sind alle mit dabei! Das „Büfett“ ist vielleicht nur Butterbrot, aber ganz egal, deeeeenn: Jane Sequoia ist mit von der Partie und die ist eine echte Zauberfee. Ihr werdet es schon sehn. 20.06. ist nicer Ausruhtag. | |
| 25.06.-27.06. 15-19 Uhr | katharinajej & Studierende der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft, LU Verbindungen suchen wagen finden katharinajej inszeniert ästhetische Situationen, die Begegnung mit fremden Menschen im urbanen Raum ermöglichen. Dabei werden die vielfachen Bezüge zwischen Distanz und Nähe sichtbar und am eigenen Leib erfahrbar. | |
| 09.07.-11.07. 15-19 Uhr | Klaus Kleine Alltagsfunde In diesem Workshop werden kleine Fundstücke mit einfachen Mitteln wie Pappe, Spachtel, Farbe etc. in vergrößerter Form nachgebaut. Im Prozess der Umsetzung entwickeln wir gemeinsam neue, plastische Objekte. Dabei reagieren wir auch farblich auf die Vorlagen, die entweder gemeinsam gesammelt oder schon mitgebracht wurden. | |
| 30.07.-01.08. 15-19 Uhr | Evi Blink LU - in welchen Spiegelbildern zeigst du dich? Eine fotografische Suche im Stadtraum Mit einem Fundus unterschiedlicher Spiegel und Kameras erkunden wir gemeinsam die Stadt. In den Spiegelbildern verbinden wir Fassaden, Gesichter und Momente zu vielschichtigen Fotografien und finden ungewohnte und neue Bilder, die anschließend mitgenommen werden können. | |
| 06.08.-08.08. 15-16 Uhr | Leo Leowald & Katharina Jahnke Strandgut Gemeinsam zeichnen die beiden Künstler*innen mit den Menschen in der Fußgängerzone: wir nehmen den und das was kommt, und machen sichtbar, was möglich ist – alle sind herzlich willkommen. | |
| 06.08.-08.08. 16-19 Uhr | Katharina Jahnke Missed – Needed – Wanted – Loved Steckbriefe als Collagen Zeichnend, collagierend und druckend gehen wir auf die Suche nach den vermissten und geliebten Dingen und Wesen im Leben. Vorgedruckte „Steckbriefe“ sind Grundlage für alle eigenen Entwürfe. Gemeinsam und im Dialog wird daraus anschließend eine Pinnwand gestaltet. | |
| 06.08.-08.08. 16-18 Uhr | Leo Leowald Geborgen - ein Erinnerungstagebuch Wir zeichnen ein Erinnerungstagebuch in Comicform. Welche Personen, Ort und Dinge haben dir ein Gefühl von Geborgenheit vermittelt? Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, wir legen einfach los, denn schlechte Zeichnungen gibt es sowieso nicht. | |
| 06.08.-08.08. 18-19 Uhr | Leo Leowald Tauchgang Wer nach dem Comicworkshop seine Erzählung noch weiter besprechen oder ausbauen (oder einfach weiter zeichnen) möchte, darf gerne länger bleiben. In kleiner Runde oder im Einzelgespräch tauchen | |
| 14.08.-15.08. 15-19 Uhr | Ana Laibach … einfach weg! Ein Malerei-Workshop zum Thema Sehnsucht Es ist so, sagt die Tatsache, an der nichts zu rütteln ist. Nicht schlimm, sagt die Erträglichkeit, um den Schmerz des Unwiederbringbaren zu lindern. Im inneren Dialog mit dem, was uns verlorengegangen ist, werden wir mit Farbe uns ein Gegenüber imaginieren - als Stellvertreterin der Gefühle, unserer Sehnsucht nach dem was Einfach-weg und verloren gegangen ist. | |
| 20.08.-22.08. 15-19 Uhr | illig & illig Kokon – ein persönlicher Raum für Verlust Aktion im öffentlichem Raum Im Gespräch mit dem Künstlerduo kann ein persönlicher Verlust in einer Skizze oder einem Satz Ausdruck finden . Dieser wird dann dokumentiert und anschließend in einem vorbereiteten Kokon aus gebranntem Ton versiegelt. Ähnlich wie sich Raupe sich im Kokon in etwas Neues (Schmetterling) verwandelt, dient hier der Kokon als intimer Raum: für Erinnerungen und Transformationen! |
| 12.06., 18 Uhr | Alice Musiol Alice Musiol: Low Budget-Stummfilm-Produktion mit musikalischer Untermalung Zur Zeit in Köln wohnhaft, präsentiert die Künstlerin live ihre von zahlreichen Umzügen geprägte autobiografische Geschichte mit unbewegten Bildern, die sich von 1971, ihrem Geburtsjahr, bis ins Jahr 2000 erstreckt. |
| 26.06., 18 Uhr | katharinajej Verbindungen suchen wagen finden katharinajej stellt ihre performative und partizipative Arbeit vor und geht mit dem Publikum darüber ins Gespräch. |
| 11.07., 18 Uhr | Klaus Kleine Materialfunde Der Bildhauer Klaus Kleine berichtet aus seinem Arbeitsprozess von Fundstücken des Alltags und ihrer Verwandlung und von scheinbaren „Fundstücken“, die gar keine sind – als Einladung zum plastischen Denken! |
| 24.07., 18 Uhr | Volker Hartmann-Langenfelder ANS LICHT GEBRACHT Die Cyanotypie, eine der ältesten fotografischen Techniken in der Kunst, wirkt heute, in Zeiten super präziser Fotografie und AI-generierten Bildern, ein wenig anachronistisch. Ein Blick auf die Technik mit dem Künstler Volker Hartmann- Langenfelder lohnt sich: manch vergessene Geschichte lässt sich so im wahrsten Sinne des Wortes wieder ans Licht holen und sichtbar machen. |
| 14.08., 19 Uhr | Open Stage: Für Fundsachen aller Art Dieser Abend bietet allen Besuchenden die Möglichkeit auf kleiner Bühne, ihre Fundstücke und die dazugehörigen Geschichten persönlich zu präsentieren: ob in Wort, Bild oder Ton – alles ist willkommen! |
| 28.08., 18 Uhr | Für alles und alle, die da waren: Was bleibt? Das Lost&Found Büro wird morgen feierlich geschlossen. Am Abend davor möchten wir gemeinsam überlegen, was war, was ist, was bleibt und was kann fort? Und nicht zuletzt: was hat gefehlt? |
Verlust hat viele Facetten. Den Projektauftakt zur künstlerischen Erforschung des Themas,
findet Ihr im neuen Blogeintrag von Vorständin Ruth Gilberger:
Lost&Found [2026]
Zeitraum in Ludwigshafen: 03.06. - 29.08.2026
Künstlerisches Programm: Mittwoch - Samstag, 15 bis 19 Uhr
Die Aktionen vor Ort sind kostenfrei und offen für alle.
Das Projekt “Lost&Found” findet in Kooperation mit dem Social Innovation Lab der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen statt.

