Open Embassy | doing democracy
Begegnungsort und Experimentierraum
Die Open Embassy im ehemaligen Amerikanischen Club in Bonn war von 2021 bis 2025 ein offener Experimentierraum für Begegnung, kreative Mitgestaltung und das Erleben und Erproben von demokratischen Prozessen - nach dem Prinzip “doing democracy”.
In der Ruine des zu Bonner Regierungszeiten legendären “American Embassy Club” haben Menschen aus Bonn und Umgebung Ideen und Formate entwickelt und ausprobiert, um gesellschaftliche Teilhabe konkret zu leben und unsere demokratische Gemeinschaft lösungsorientiert und experimentell weiterzubringen. Begegnung und Austausch, Partizipation und Kooperation, Kreativität und künstlerische Impulse sowie die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft standen dabei im Mittelpunkt.
Trägerin des Projekts war die gemeinnützige Open Embassy gGmbH als Teil der Montag Stiftungen. Ihre Aufgabe war es, den ehemaligen American Embassy Club zu übernehmen, unter Beachtung des Denkmalschutzes zu renovieren, umzubauen und als gemeinwohlorientiertes Demokratieprojekt der Stadtgesellschaft zur Verfügung zu stellen.
Nachdem die Verhandlungen zum Kauf des Gebäudes zu keinem Ergebnis geführt haben, haben die Montag Stiftungen das Projekt im Sommer 2025 beendet. Den Abschluss bildete das Sommerprogramm, in dem Menschen und Organisationen aus Bonn und darüber hinaus den Ort noch einmal zum Leben erweckten.
Events und Projekte
- #amiclub revisited - Rollbrett und Begegnung
- Zwischen den Stühlen. Eine Stadt, 60 Menschen
- Deine Demokratie, deine Generation, deine Zukunft - 75 Jahre Grundgesetz
- Zu Tisch - Offene Baustelle, erste Projektwoche der Alanus Hochschule
- Küchengespräch - Offene Baustelle, zweite Projektwoche der Alanus Hochschule
- Freiluftkino: “Die göttliche Ordnung” in Kooperation mit ARTpolis
- Tag des offenen Denkmals mit Theaterstück “Wir das Grundgesetz”
- Diskussion “Wir bauen Demokratie”
- Across the Pond
Ein Ort mit Geschichte
Little America am Rhein
1951 ließ der US-amerikanische High Commissioner of Germany (HiCoG) für die künftige US-amerikanische Botschaft in Bonn einen großen Dienstsitz sowie drei Siedlungen für die amerikanischen und deutschen Bediensteten und ihre Familien bauen. Die Siedlung in Plittersdorf umfasste neben großzügigen Wohnanlagen, einer Schule mit verschiedenen Sportplätzen, einer Kirche, einem Einkaufszentrum und einem Kino auch ein Clubgebäude als Kulturzentrum, den American Embassy Club.
Der Amerikanische Club war fast 50 Jahre lang das Herz der amerikanischen Community in Bonn und wichtiger Anlaufpunkt für protokollarische und informelle Anlässe der diplomatischen Kreise. Doch auch ohne Mitgliedskarte konnte man als zahlender Gast bei öffentlichen Festen Burger, Lobster und den amerikanischen way of life kosten.
Mit seiner modernen, großzügigen Architektur und der parkartigen Freifläche stand der Club für den demokratischen Aufbruch der Bonner Republik nach amerikanischem Vorbild. Seit dem Regierungsumzug im Jahr 1999 steht der heute denkmalgeschützte Club leer.
Stimmen öffnen Räume
2025 haben wir mit ehemaligen Clubgästen, Angestellten, Anwohner*innen und Zwischennutzer*innen gesprochen und sie zu ihren ganz persönlichen Erinnerungen an den Club und ihren Visionen für die Zukunft befragt.
Botschaft der offenen Fragen
Dokumentarfilm über den ehemaligen American Embassy Club von Kai von Westerman.
Der Film "EMBASSY – Botschaft der offenen Fragen" untersucht die Bedeutung und Stimmung des historischen Ortes und begleitet Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen teilen. Gleichzeitig öffnet die Darstellung den Blick für Potenziale, die in dem Gebäude stecken.
Historische Bedeutung
In diesem Kurzgutachten ist die Entstehungsgeschichte der Amerikanischen Siedlungen sowie die historische Bedeutung des Amerikanische Clubs in Bonn beschrieben. Das Kurzgutachten zum Bauwerk des sogenannten America Club in Bonn-Plittersdorf wurde von Christiane Fülscher verfasst.
Christiane Fülscher forscht und lehrt zur Architekturtheorie und -geschichte seit 1800 an der FH Dortmund. Ihr Fokus ist dabei auf die Moderne Bewegung und Nachkriegsmoderne in Ost-und Westeuropa, sowie die kultur- und gesellschaftspolitische Relevanz von Architektur gerichtet.
Das Gutachten kann als Broschüre kann hier heruntergeladen werden.
















