Neue Nachbarschaft

2014 bis 2017


In ihrem Programmbereich Neue Nachbarschaft hat die Stiftung von 2014 bis 2017 Immovielienmacher*innen mit verschiedenen Wissensangeboten unterstützt. Die Werkstätten und Infobriefe wurden Ende 2017, die Internetseite und der Blog Neue Nachbarschaft www.neue-nachbarschaft.de im Sommer 2018 eingestellt. Die Infobriefe und Arbeitshilfen finden Sie weiterhin unter Veröffentlichungen. Die Immovieliensammlung wird durch das Netzwerk Immovielien weitergeführt.


Nachbarschaften sind die Basis einer chancengerechten Entwicklung

Ein demokratisches Gemeinwesen ist auf gute Nachbarschaften angewiesen. Hier kennt man sich und vertraut sich, streitet sich und hilft sich, weiß um die Talente und die Bedarfe der Anderen. Hier werden Selbstorganisation und Teilhabe konkret. Gute Nachbarschaften brauchen ein Mindestmaß an Unterschiedlichkeit, denn sie müssen auch der Vielfalt eine Heimat bieten. Sie brauchen Räume von vielen für viele, in denen sich die Menschen treffen, etwas herstellen, Kultur und Kunst produzieren, gemeinsam feiern oder die Nahversorgung sichern können.

  • aus der Beispielsammlung Immovielien: Menschenskinder, Darmstadt: Der Verein Menschenskinder Darmstadt e.V. betreibt ein Familienzentrum mit Kindertagesstätte und baut ein Schwimmbad zum Stadtteilcafé aus. Foto: HauptwegNebenwege.de/Heinrich Völkel

  • aus der Beispielsammlung Immovielien: Das Elsebad ist ein Bürgerbad am Stadtrand von Schwerte. Aus Protest gegen die Schließung durch die Kommune wurde es schon vor 20 Jahren von Bürgern in Selbstverwaltung übernommen. Foto: Verena Maas

  • aus der Beispielsammlung Immovielien: Der Mirker Bahnhof mitten in Wuppertal ist heute Utopiastadt. Ein Stadtraum, den engagierte Bürger für die Nachbarschaft erobert haben. Foto: Verena Maas

  • aus der Beispielsammlung Immovielien: Das Grandhotel Cosmopolis ist eine Überraschung. Es ist gleichzeitig Café und Hotel, Atelierhaus und Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen, Veranstaltungsort und Nachbarschaftstreff. Foto: Grandhotel Cosmopolis

  • aus der Beispielsammlung Immovielien: Die Bürgerstiftung Rohrmeisterei Schwerte macht es vor: Gemeinnütziges Engagement lässt sich mit unternehmerischem Denken und Handeln verknüpfen und macht sich so unabhängig von städtischen Zuschüssen. Foto: Peter Liedtke

  • aus der Beispielsammlung Immovielien: Den jungen Machern vom "PlatzProjekt e.V." in Hannover ist es mit einer coolen Idee, viel ehrenamtlicher Maloche und mithilfe des Bundes-Förderprogramms "Jugend.Stadt.Labor" gelungen, neue kreative Räume zu schaffen, die sogar Existenzgründer anziehen Foto: Benjamin Grudzinski

  • aus der Beispielsammlung Immovielien: Der Handwerkerhof in Hamburg Ottensen ist mehr als nur ein schicker Gewerbehof. Denn die Bauherren selbst sind die heutigen Mieter. Unter dem Dach des Mietshäuser Syndikat ist der Traum vom nicht- profitorientierten, gemeinschaftlichen Bauen verwirklicht worden. Foto: Mona Gennies

Unterstützung von „Immovielien“

Die Montag Stiftung Urbane Räume unterstützte in den Jahren 2014 bis 2017 mit verschiedenen Formaten und Aktivitäten Initiativen, die gemeinschaftlich Immobilien entwickeln - wir nennen sie Immovielien, Immobilien von vielen für viele - und dabei das Gemeinwohl des Quartiers in den Blick nehmen. Egal ob sie ein Stadtteilwohnzimmer einrichten, ein Bürgerbad führen oder eine ehemalige Bibliothek zum Kulturort umnutzen: Sie alle beweisen Engagement und Mut und schaffen einen Mehrwert für das Quartier. Sie wollen einen Nutzen für die Gemeinschaft schaffen, bei der Gestaltung ihrer Städte mitreden und mitmachen. Viele von Ihnen übernehmen Verantwortung für Immovielien. Damit gehen sie in der Regel ein hohes, immobilienwirtschaftliches Risiko ein. Dieses gemeinwohlorientierte Engagement als Teil der Stadt- und Quartiersentwicklung gilt es zu stärken. Ziel des Programms war, dass es diese Initiativen leichter haben und es mehr werden!

Denn, damit sich solche Initiativen leichter gründen und erfolgreich sein können, brauchen sie neben Geld und dem Bewusstsein, nicht alleine zu sein, vor allem Antworten auf die im Projektalltag immer wieder auftauchenden Fragen: Was ist die passendste Rechtsform? Wie überzeugen wir Geldgeber? Wie gewinnen wir Mitstreiter? Was wäre die beste Strategie, langfristig Zugriff auf eine Immovielie zu erhalten und sie für den Stadtteil zu öffnen?

In ihrem Programm Neue Nachbarschaft bot die Stiftung Antworten und Beratung auf diese drängenden Fragen an. Sie baute Hürden ab, vor denen die Engagierten stehen. Mit verschiedenen Formaten bot sie Know-how für die praktische Arbeit vor Ort, vernetzte Engagierte und Spezialisten und kümmerte sich darum, dass nachbarschaftliches Engagement als ernstzunehmender Partner einer chancengerechten Stadtentwicklung wahrgenommen wird.

Angebote im Programm Neue Nachbarschaft

Wissensplattform

Wissensplattform

Auf der Wissens- und Informationsplattform fanden Immovielienmacher Informationen zu Projekten sowie Erfahrungen von Fachleuten und erfolgreichen Initiativen. Neben aktuellen Informationen im Blog gab u. a. eine Sammlung von kostenlosen Arbeitshilfen konkrete Hilfestellungen und Checklisten an die Hand.

Die Internetseite www.neue-nachbarschaft wurde im Sommer 2018 eingestellt. Die Arbeitshilfen sind weiterhin unter Veröffentllichungen abrufbar.

Beispielsammlung Immovielien

Beispielsammlung Immovielien

Mit der Sammlung stellte die Stiftung Inspiration und Lernstoff zur Verfügung. Immobilien, die für viele nutzbar sind und von denen das Gemeinwohl profitiert, sind Antrieb für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung. Das Team Neue Nachbarschaft besuchte etwa 30 Projekt-Beispiele und beschrieb sie detailliert. Neben Projekfilmen gab es auch ein themenspezifisches Glossar mit über 100 Begriffen.

Die Immovieliensammlung wird vom Netzwerk Immovielien weiter betrieben und gepflegt.

Infobrief

Infobrief

Der in den Jahren 2014 bis 2017 insgesamt acht mal erschienene Infobrief richtete sich sowohl an Initiativen als auch an weitere Unterstützer zivilgesellschaftlichen Engagements. Neben Reportagen über Immovielien-Projekte fanden sie dort Positionen von Vertretern der öffentlichen Hand, der engagierten Zivilgesellschaft und der Wirtschaft. Der Infobrief leistete damit einen Beitrag, dass sich die unterschiedlichen Gruppen im Sinne einer gemeinwohlorientieren Stadtteilentwicklung noch mehr als Partner auf Augenhöhe verstehen und gemeinsam mehr erreichen.

Alle Infobriefe sind zu finden unter Veröffentlichungen.

Werkstattreihe

Werkstattreihe

Foto: Axel Öland

Die insgesamt sieben Werkstätten (2014-2017) richteten sich vor allem an junge Initiativen in der Zielfindungs- und Entwicklungsphase oder Immovielienprojekte im Umbruch. Mit einem zweitägigen Programm bekamen sie die Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und Know-how auszutauschen. Fachleute wie Kommunikationsexperten oder Organisationsentwickler halfen, die jeweiligen Vorhaben konkret voranzutreiben. Zusätzlich unterstützte die Stiftung Regionale Werkstätten, in denen sich Projekte neu vernetzten und sich neue Kooperationen bilden konnten.