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Bau- und Pflanzfestival

Mit kreative Flair und partizipativen Geist des Viertels das Vertikale in die Horizontale zu bringen, von der Wand in die Fläche, vom Bild zum Park!

ALL YOU CAN PLANT - Vom Freiimfelder Street Art Festival zum Bau- und Pflanzfestival auf der Brache!

Derzeit wird die ehemalige Brache in der Landsberger Straße in Halle Freiimfelde zum Bürger*innenpark umgebaut: man denkt an Erdarbeiten, Bagger, Landschaftsplaner*innen - Fachleute eben, die sich um die komplexen Vorgänge einer Baustelle kümmern. Doch Freiimfelde war nie eine "normale" Baustelle, und die Freiimfelder*innen, allen voran der Freiimfelde e.V. und die Freiraumgalerie, wollten natürlich mitmischen beim Bau des Parks, für den sie so lange gekämpft haben.

Anknüpfend an die AYCP - All You Can Paint Festivals der letzten Jahre, denen das Viertel seine Bekanntheit (und eine der größten Street Art Galerien Europas mit über 70 Wandbildern!) verdankt wurde nun vom 9. bis 15.9. ein Bau- und Pflanzfestival gefeiert: das All You Can Plant. Ziel war, den kreativen Flair und partizipativen Geist des Viertels von der Vertikalen in die Horizontale zu bringen: von der Wand zur Fläche, vom Bild zum Park!

Dementsprechend bunt und vielfältig war das Programm, das sich an breite Schichten Freiimfeldes sowie der gesamten Stadt Halle richtete. Neben Musikacts von HipHop bis Jazz gab es Workshops zu Nachhaltigkeitsthemen, bei denen mehrere Projekte auf der Brache - wie Urban Gardening und Apothekergarten - ein breites Publikum fanden. Fahrradworkshops und eine Fahrradverlosung fanden ebenso statt wie das schon Tradition gewordene gemeinsame Pizzabacken am Lehmbackofen. Ebenso schon eine Tradition ist das legendäre Fußballturnier "Freiraumpokal", das dieses Jahr zum letzten Mal als Street-Soccer-Turnier stattfand: nächstes Jahr dann auf dem Bolzplatz auf der Brache! Parallel dazu verwandelten Freiimfelder*innen und Freund*innen des Viertels die Landsberger Straße im Rahmen des "Parking Day" zu einem bunten Straßenfest. Und auch ein Wandbild entstand wieder: der brasilianische Künstler Keto gestaltete das Baus gegenüber des Parks, passender Weise mit einem großen Wald.

Ein Highlight, vor allem für all die langjährigen Mitstreiter*innen im Quartier, war die Ausstellung "Held*innen der Brache", wo dutzende Weggefährt*innen der letzten Jahre mit Photos portraitiert waren: wie Kinder vor Poesiealben suchten Leute ihre Nachbar*innen, tauschten Erinnerungen aus oder amüsierten sich über lang vergangene Frisuren. Dieses explizite "Danke!" des Freiimfelde e.V. an seine Mitglieder, an all die Unterstützer*innen und Helfer*innen, ohne die das Projekt Bürgerpark nie so weit gekommen wäre, kam sichtlich gut an.

Auch die neuesten "Held*innen" waren dort verewigt: im Rahmen eines Workcamps waren zwölf junge Erwachsene aus aller Welt gekommen, um die Anwohner*innen beim Vorbereiten der Brache zu unterstützen, mit zu bauen, zu werkeln, und zu pflanzen. Ohne sie wäre die Fülle an Bau- und Pflanzprojekten nicht zu bewältigen gewesen. Und einige waren vom Spirit Freiimfeldes derart angetan, dass sie sich direkt nach Studienmöglichkeiten in Halle erkundigten!

Die Bewohner*innen Freiimfeldes hatten die Brache schon immer genutzt. Sie haben Beete darauf gepflanzt, als sie, noch voller Industrieruinen, in der Hand eines Privatinvestors war. Für Kinder war sie die einzige Spiel- und Freifläche des Viertels. Lange bevor die Montag Stiftung die Urbane Nachbarschaft Freiimfelde ins Leben rief haben Bewohner*innen mit Schubkarren begonnen, die Fläche von Müll zu befreien. Seit den ersten Schritten hin zum Bürgerpark, nachdem die Fläche 2016 erworben wurde, haben sie den Planungsprozess begleitet und mit ihren Ideen bereichert. Und wenn die Baustelle nun in den letzten Zügen liegt? Wird eben zwischen den Baggern ein Bau- und Pflanzfestival gefeiert.

Gefördert wurde das All You Can Plant das "Green Urban Labs"-Programm des BBSR, an dem die Stadt Halle (Saale) seit 2016 teilnimmt, sowie durch den Quartierfonds der Stadt Halle (Saale) und der Montag Stiftung Urbane Räume. Organisation und Durchführung erfolgten durch den Freiimfelde e.V. und "Freiraumgalerie - Kollektiv für Raumentwicklung", in Kooperation mit der "Urbanen Nachbarschaft Freiimfelde".