faktor kunst 2013 - Die Auslobung

Jeder Fünfte. Armut in der Stadt.

Das abgeschlossene Verfahren:

Das Thema

Laut Statistiken (Stand: 2013) sind in Deutschland rund 12 Millionen Menschen von Armut bedroht. Tendenz steigend. Selbst in Jahren mit guter Konjunktur ist kein genereller Rückgang feststellbar. Armut verhärtet sich. Besonders betroffen ist der urbane Raum, sind Familien. In deutschen Metropolen ist die Armutsgefährdung größer und steigt schneller an, als im Bundesdurchschnitt. Zurzeit ist jeder Fünfte betroffen.

Was bedeutet es arm zu sein? Was heißt das im täglichen Leben? Die materielle Seite ist nur ein Aspekt. Armut ist vielschichtig. Sie ist ein Problem des Bewusstseins und der kulturellen Konditionierung. Ihre Ursachen, Symptome und Folgen bedingen und verstärken einander. Armut ist Mangel in vielerlei Hinsicht, ist unfreiwilliger Verzicht, Ausgrenzung, fehlende Teilhabe. Sie verursacht gesundheitliche Probleme und führt, nicht zuletzt, zu Demotivation und dem Verlust von Selbstachtung.

Das Gefühl, am Rand der Gesellschaft zu stehen, keinen Raum in ihr zu haben, hat besonders für Kinder und Jugendliche tiefgreifende Auswirkungen. Wer in einer armen Familie aufwächst, hat weniger Bildungschancen, weniger Perspektiven, weniger Anerkennung, weniger positive Erfahrungen.

Die mit Armut einhergehende (Selbst-)Ausgrenzung treibt die Zersplitterung der Gesellschaft voran. Demokratische Gesellschaften müssen diese sozialen Ungleichheiten beheben oder doch zumindest verringern, um eine gerechtere Zukunft für alle Menschen zu ermöglichen.

Was wir wollten

Die Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft sucht Kunstprojekte, die sich konstruktiv für mehr Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit einsetzen. Sie sollten Menschen aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gezielt und aktiv in künstlerische Aktivitäten einbinden.

Es werden voraussichtlich bis zu fünf Konzepte nominiert, die diesen Zielen entsprechen und auf Nachhaltigkeit angelegt sind. Eins von ihnen erhält den Förderpreis. Als Kooperationspartnerin unterstützt die Stiftung die Umsetzung dieses Projekts. Um eine breite Basis für Dialog und Austausch zu schaffen, begleitet sie die Realisationsphase mit Dialogveranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit, initiiert Workshops in Kooperation mit Hochschulen, ermöglicht die Dokumentation und ggf. Evaluierung.

Was wir suchten

Mit der Auslobung „faktor kunst 2013“ wurden KünstlerInnen gesucht, die mit ihrem Projektvorhaben den Themenkreis „Armut in der Stadt“ bearbeiteten. Von besonderem Interesse waren Projekte, bei denen der Fokus auf Armut von Familien lag. Die Vorschläge mussten neu sein. Es konnten aber auch Konzepte für eigenständige, neue Bereiche oder thematische Weiterentwicklungen bestehender Projekte eingereicht werden. Sie sollten sich auf Deutschland beziehen und einen konkreten Ortsbezug haben.

Mit echter Teilhabe ist gemeint, dass Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen neue Wege und Chancen eröffnet werden, die Motor und Katalysator für Veränderungsprozesse sein können.

Bewerben konnten sich Kulturschaffende aus den Bereichen bildende Kunst, Musik, Tanz, Theater und spartenübergreifend arbeitende KünstlerInnen in Kooperation mit sozialen und/oder kulturellen Einrichtungen

Das Auslobungsverfahren

Die Teilnahmebedingungen

Die Teilnahmebedingungen

Die Voraussetzungen

 
Das Projektkonzept muss auf das Thema der Auslobung – Armut in der Stadt und insbesondere ihre Folgen für Familien - ausgerichtet sein und einen deutlichen Bezug zum Anliegen der Stiftung haben. Es darf nur ein Projekt pro KünstlerIn, Künstlergruppe und Institution eingereicht werden.
 

Einreichen können …

  • KünstlerInnen und Künstlergruppen aus den Sparten: bildende Kunst, Musik, Tanz, Theater sowie spartenübergreifend arbeitende KünstlerInnen.
  • soziale und kulturelle Einrichtungen in öffentlicher und freier Trägerschaft wie Kunstvereine, Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit in Kooperation mit KünstlerInnen
  • Institutionelle Theater u.ä.. Sie werden gleichzeitig als Künstlergruppe (Ensemble) und als künstlerische Einrichtung begriffen.
  • engagierte Initiativen aus dem sozialen und/oder kulturellen Bereich in Kooperation mit KünstlerInnen
     

Der Realisierungszeitraum

 
Das Förderprojekt soll Anfang 2014 begonnen bzw. in Kooperation mit der Stiftung durchgeführt werden. Um Nachhaltigkeit und/oder Verstetigung zu erreichen ist eine mittel- oder langfristige Laufzeit gewünscht.
 

Der Realisierungsbereich

 
Das Projekt soll in Deutschland realisiert werden und einen konkreten Ortsbezug haben.

Der Kriterienkatalog

Der Kriterienkatalog

Die Anforderungen

  • Selbstbewusstsein, Kreativität und Eigeninitiative der Zielgruppen stärken
  • TeilnehmerInnen ermutigen
  • Entwicklung von Veränderungsprozessen befördern
  • Breitenwirkung erzielen
  • Impulsgebend wirken
  • Strategien für Verselbstständigung des Projekts einbeziehen
  • Gesellschaftliche Probleme sichtbar machen
     

Die Auswahlkriterien

Für die eingereichten Kunstprojekte gelten folgende Bewertungskriterien:

  • Innovativer Ansatz
  • Gesellschaftliche Relevanz
  • Professionalität
  • Umsetzbarkeit
  • Entwicklungs- und Veränderungspotential
  • Nachhaltigkeit bzw. Möglichkeiten der Verstetigung
     

Die Ausschlusskriterien

  • Kunstprojekte ohne aktive, echte Teilhabe
  • Projekte in Schulen
  • Planerische Stadtentwicklungsprojekte
  • Projekte, die ausschließlich künstlerisch oder ausschließlich pädagogisch/sozial ausgerichtet sind
  • Stipendien, Kongresse, reine Workshopformate
  • Druckwerke

Das Auswahlverfahren

Das Auswahlverfahren

Phase 1
Einreichung von neuen Projektkonzepten mit Beschreibung des Vorhabens, der Durchführung, der beteiligten Akteure und Zielgruppen sowie der Kostenstruktur

Phase 2
Sichtung der Einreichungen und Auswahl der Favoriten durch eine von der Stiftung benannte Jury, Nominierung und Veröffentlichung von voraussichtlich bis zu 5 Projekten; Benachrichtigung der Ausgewählten

Phase 3
Einladung der Nominierten zu Einzelgesprächen nach Bonn zur persönlichen Vorstellung ihrer Konzepte vor einem stiftungsintern besetzen Gremium

Phase 4
Entscheidung über die Vergabe des Förderpreises durch die Stiftung und Benachrichtigung des Preisträgers

Phase 5
Bekanntgabe und Pressevorstellung des Preisträgers

Die Jury

Die Jury

Über die Benennung der Nominierten entscheidet eine Jury aus Stiftungsmitgliedern und ExpertInnen aus Kunst, Kultur und dem sozialen Bereich. Die Entscheidung über die Vergabe des Förderpreises fällt ein interdisziplinär besetztes Auswahlgremium nach persönlichen Gesprächen mit den Nominierten. Die Sitzungen sind nicht öffentlich.

Die Jury behält sich vor, Anerkennungsauszeichnungen zu vergeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Entscheidungen werden auf der Internetseite der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft veröffentlicht.
 

Besetzung des externen Expertengremiums

 
Der Jury gehören ExpertInnen für bildende und darstellende Kunst sowie für den sozialen Bereich an.

Prof. Dr. Michael Brater
Sozialwissenschaftler, München, Dozent im Fachbereich „Wirtschaft und Kunst im Dialog“ an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Bonn

Prof. Ottmar Hörl
Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, Professor für Bildhauerei, international arbeitender Künstler

Barbara Wachendorff
Regisseurin und Initiatorin partizipativer Theaterprojekte, international tätig, Ladenburg
 

Besetzung des Stiftungsgremiums

 
Carl Richard Montag

Stifter der Montag Stiftungen

Ingrid Raschke-Stuwe

Vorstand der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft

Helmut Krayer
Vorstand der Carl Richard Montag Förderstiftung

Dr. Heike Riesling-Schärfe
Vorstand der Denkwerkstatt der Montag Stiftungen

Dr. Theo Eckmann
Berater der Carl Richard Montag Förderstiftung

Die Dotierung und Vergabe

Die Dotierung und Vergabe
  • Es werden voraussichtlich bis zu 5 Projekte nominiert und veröffentlicht.
  • Die Benennung des Förderpreisträgers erfolgt nach persönlicher Projektvorstellung durch die Nominierten in Bonn.
  • Der Förderpreis ist mit bis zu 200.000 € dotiert und wird für die Realisierung (ggf. auch für die Dokumentation und Evaluierung) des ausgewählten Projekts eingesetzt.
  • Alle Konditionen, wie Mittelzufluss, Verwendungsnachweis, Laufzeit, begleitende Maßnahmen etc. werden im persönlichen Gespräch geklärt.
  • Die Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft unterstützt bei der Umsetzung als fördernde Kooperationspartnerin und übernimmt in Absprache operativ Verantwortung für ein bis zwei Jahre.

Der Zeitplan

Der Zeitplan
1. MärzBeginn der Auslobung
30. Juni
Einsendeschluss,
anschließend Sichtung und Aufarbeitung der Unterlagen für das Juryverfahren
10.-12. Oktober2-tägige Jurysitzung
Mitte Oktober                  
Benachrichtigung der Nominierten und Veröffentlichung der Namen auf der Internetseite der Stiftung
Ende OktoberEinladung der Nominierten zu Einzelgesprächen
Mitte NovemberVeröffentlichung des Förderpreisträgers

Die rechtlichen Fragen

Die rechtlichen Fragen

Datenschutzbestimmungen

 
Die Stiftung weist darauf hin, dass die Teilnehmerdaten der Auslobung gespeichert und für Zwecke dieser Auslobung nach den einschlägigen Datenschutzgesetzen von Deutschland verwendet werden. Die Beteiligten gehen davon aus, dass es sich bei den zu speichernden Daten nicht um sensible Daten im Sinne der Datenschutzgesetze handelt, also keine Angaben über die rassistische und ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder philosophische Überzeugungen, Gewerkschaftszugehörigkeit, Gesundheit oder Sexualleben enthalten.
Die Organisatoren und die Jurymitglieder der Auslobung verpflichten sich zur Wahrung der notwendigen Vertraulichkeit im Umgang mit den eingereichten Teilnahmeunterlagen und enthaltenen Informationen gegenüber unbeteiligten Dritten, soweit die Daten nicht ohnehin öffentlich bekannt sind.

Eigentum und Urheberrecht

 
Die TeilnehmerInnen müssen über alle Urheberrechte und Nutzungsrechte an den eingereichten Unterlagen und ggf. dem Bildmaterial verfügen, einschließlich des Rechts, die Nutzungsrechte an die Stiftung zum Zwecke der Veröffentlichung ihrer Beiträge zu übertragen.

Nutzungsrechte

 
Mit der Teilnahme an der Auslobung erklären sich die TeilnehmerInnen damit einverstanden, dass sie mit ihrem Namen genannt und mit ihren Beiträgen in stiftungseigenen und weiteren Medien veröffentlicht werden. Die Stiftung hat das Recht, die Beiträge ganz oder in Teilen zu veröffentlichen. Die GewinnerInnen räumen der Stiftung das nicht ausschließliche, aber übertragbare und unterlizenzierbare, räumlich unbeschränkte Recht ein, die Beiträge zu vervielfältigen und im Rahmen oder im Zusammenhang mit der Nennung der Auslobung zeitlich und medial unbegrenzt zu verwerten, insbesondere zu verbreiten und/oder öffentlich zugänglich zu machen und ggfs. zu bearbeiten. Ferner erklären sich die TeilnehmerInnen für den Fall, dass sie einen Preis erhalten, damit einverstanden, dass sie fotografiert oder gefilmt werden und dass diese Fotos oder Filmbeiträge mit oder ohne Namensnennung von der Stiftung im selben Umfang wie die in Satz drei dieses Absatzes genannten Nutzungsrechte verwertet werden können. Die TeilnehmerInnen erklären, dass sie über alle Rechte an den eingereichten Beiträgen verfügen, dass diese frei von Rechten Dritter sind sowie - bei der Darstellung von Personen - diese in eine Nutzung im Umfang dieser Teilnahmebedingungen eingewilligt haben.
Die Organisatoren behalten sich ferner das Recht vor, ohne vorherige Ankündigung Änderungen oder Ergänzungen der bereitgestellten Informationen vorzunehmen, sofern dies für die betroffene Teilnehmerin bzw. den betroffenen Teilnehmer zumutbar erscheint.

Der Förderpreis

 
Grundlage der Preisvergabe ist eine zwischen der Stiftung und der/dem TeilnehmerIn im Einzelnen abzustimmende Kalkulation. Über den Grad der Detaillierung der Kalkulation entscheidet die Stiftung. Sie ist berechtigt, formale Kalkulationsgrundlagen vorzugeben und diese während der Durchführung der Arbeiten zu ändern bzw. zu ergänzen.
Die Stiftung wird den Förderpreis in zeitlich noch abzustimmenden Tranchen auszahlen, soweit der Teilnehmende seine Ausgaben jeweils durch prüffähige Unterlagen nachgewiesen hat. Hierbei sind Aufstellungen vorzulegen, die eine rasche und sichere Beurteilung der bisherigen Leistungen ermöglichen muss. Die Anzahl der Tranchen richtet sich nach der voraussichtlichen Dauer des Projektes.
Sollte sich im Verlauf des Projekts herausstellen, dass das Projekt nicht gemäß seiner Planung verwirklicht werden kann, werden beide Parteien prüfen, ob das Projekt in veränderter Form durchgeführt werden kann. Sollte dies nicht der Fall sein, ist die Stiftung berechtigt, das Projekt abzubrechen. In diesem Fall erhält die/der TeilnehmerIn vom Gesamtförderpreis einen Anteil, der ihren/seinen bis zum Abbruch des Projektes geleisteten Arbeiten entspricht und ihre/seine bisherigen Kosten deckt.
Der Teilnehmende betreibt das Projekt im eigenen Namen und auf eigene Verantwortung. Er trägt selbst Sorge für die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und behördlicher Auflagen und haftet selbst für Schäden, die ihm, der Stiftung oder Dritten aus der Durchführung des Projekts entstehen.
Die Stiftung ist berechtigt, Ergebnisse oder Teilergebnisse des Projekts der Öffentlichkeit, insbesondere interessierten Fachkreisen zugänglich zu machen. Auf Verlangen der Stiftung hat der Teilnehmende diese bei der Veröffentlichung zu unterstützen. Eigene Öffentlichkeitsarbeit hat der Teilnehmende mit der Stiftung vorher schriftlich abzustimmen.

PUBLIC RESIDENCE: DIE CHANCE

Der Förderpreis "faktor kunst 2013" ging an das partizipative Kunstprojekt Public Residence: Die Chance.

Sämtliche Blogbeiträge zu dem Projekt finden Sie hier.

MKG VERNETZT

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