Einladung zum Offenen Forum III

Format der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft sowie der Alanus Hochschule

Stehende Demonstration. Foto: Transition Art Projects - Christiane ten Hoevel und Andreas Mayer-Brennenstuhl

... und das soll Kunst sein?!

Kohlrabi auf Verkehrsinseln anpflanzen, mit AsylanwärterInnen gemeinsam kochen, Bügeldienste im Plattenbau anbieten, mit anders Begabten auch mal den Othello mimen ...
"Ist halt Mitmachkunst." – "Triviales Gutmensch-Getue!" – "SozialarberterInnen-Kitsch!"
Haben Sie auch eine Schublade parat?

Dabei haben wir es beim "participatory turn" seit den 90er-Jahren mit einem komplexen Phänomen zu tun, dem es kritisch auf dem Grund zu gehen lohnt. Denn ob aus sozialen, politischen, pädagogischen, ethischen, therapeutischen oder kunsttheoretischen Gründen – wenn Kunstschaffende unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in künstlerische Prozesse gezielt einbinden, dann hat das immer weitreichende theoretische und praktische Konsequenzen.

Das Offene Forum möchte den Ideenaustausch zu Positionen im Bereich "partizipatorischer Kunst" anregen. Untersucht werden anhand konkreter Praxisbeispiele theoretisch-wissenschaftliche Grundfragen von Kunst und gesellschaftlicher Teilhabe, wobei auch künstlerische, poetische und spielerische Ansätze Eingang finden, um Partizipation erlebbar zu machen.

Wir fragen nach dem Begriff von "Kunst" und den Bedingungen dafür, dass soziale Prozesse im Freiraum der Kunst gelingen. Uns interessieren die Motivation der KünstlerInnen und ihre jeweiligen ästhetischen und kommunikativen Strategien. Gibt es Qualitätskriterien und wie sind immaterielle Prozesse angemessen dokumentierbar? Wie verläuft die jeweilige Diskussion in den einzlenen künstlerischen Praxisfeldern?

GastreferentInnen aus den Bildenden Künsten, der Tanzperformance, Klangkunst, Gartenkunst und des Theaters setzen mit ihren Beiträgen Diskussionsimpulse für Studierende, Lehrende und hochschulexternen Gäste.

Das Offene Forum ist eine Veranstaltungsreihe der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft in Kooperation mit der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft und findet zum dritten Mal in Folge statt. Beide Institutionen befassen sich mit der gesellschaftlichen Relevanz von künstlerischen Prozessen.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Veranstaltungen

2. Oktober bis 4. Dezember 2014 (immer donnerstags von 17.30 bis 19.00 Uhr)

OKTOBER

  • 2. Oktober - Nichtbeteilung unmöglich. Eine künstlerische Intervention
    Jennifer Hoernemann: Tanz, Performance; Walbrodt: Skulptur, Bild, Performance. Beide Begründer von CommunityArt Works (Bonn)

  • 9. Oktober - Partizipation und Kontrolle - Sternstunden und Stolpersteine
    Gert Bendel (Alfter/Berlin): Professor für Bildhauerei, Alanus Hochschule; Dörte Meyer (Berlin): Künstlerische Mitarbeiterin der Universität der Künste (UdK)

  • 16. Oktober - Choreographie: Darf man 2014 'in the rain' tanzen?
    Sonia Franken (Köln): Mitglied des Performance-Kollektivs "Bauchladen Monopol", Choreographin, Tanzdramaturgin und Tanzwissenschaftlerin

  • 23. Oktober - Maurice ist da! Partizipative Kunst als "Polylog" der Gegenwelten
    Maurice de Martin (Berlin): Transdisziplinärer Künstler, Perkussionist und Komponist, Initiator der "Temporären Kunstakademie Marzahn"

    Die Lecture-Performance wird in einem experimentellen Gesprächskreis von 19:15 bis 20:45 Uhr vertieft.

  • 30. Oktober - "Führt euch auf!" Theoretisches und Praktisches zur Arbeit an der Bürgerbühne des Staatsschauspiels Dresden
    David Benjamin Brückel (Dresden): Regisseur, Dramaturg und stellvertretender Leiter der "Bürgerbühne Dresden"


NOVEMBER

  • 6. November - Community Investors - die (Re)Sozialisierung der Kunst
    Henrik Mayer (Berlin) und Martin Keil (Berlin/Narragansett): Bildende Künstler und Begründer der Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT

  • 13. November - "mitmachen - gartenwild". Urbanes Gärtnern als gesellschaftlicher und künstlerischer Erfahrungs- und Aktionsraum
    Wilm Weppelmann (Münster): Künstler, Begründer der "Freien Gartenakademie"

  • 20. November - Jenseits der Sprachlosigkeit - das Gespräch als künstlerische Handlunsgform
    Andreas Mayer-Brennenstuhl (Nürtingen): Hochschullehrer, Initiator selbstorganisierter Kunsträume und Aktionsplattformen; Chrstiane ten Hoevel (Berlin): Freie Hochschullehrerin, Initiatorin der "Eranosdialoge". Beide Mitbegründer der mobilen "noch-nicht-akademie"

  • 27. November - Stadtklang = auditiver Lebensraum. Was haben unsere urbanen Räume dem Hörsinn zu bieten?
    Sam Auinger (Linz/Berllin): Komponist, Sound Designer und experimenteller Klangkünstler


DEZEMBER

  • 4. Dezember - All hands on deck. Navigation durch das Gewässer "Partiziption in den Künsten"
    Ruth Gilberger (Bonn): Bildhauerin, Kunstvermittlerin, Vorständin der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft

Veranstaltungsort

Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Campus II - Villestraße 3
53347 Alfter bei Bonn

IN KOOPERATION MIT