Gilgamesch

Alte Feuerwache I Köln 2006

Dr. Viola Altrichter und das Auditorium des Vortrags (Foto: Rudolf Dahmen, Köln)Dr. Viola Altrichter und das Auditorium des Vortrags (Foto: Rudolf Dahmen, Köln)

Diskurs - Die Mythen

Geisteswissenschaftlicher Vortrag zur Aktualität des Epos heute

An einem der Matineesonntage lud die Kulturwissenschaftlerin Dr. Viola Altrichter das Publikum zu ihrem Vortrag "Von Gilgamesch zum Replikanten - oder von der Sehnsucht nach Unsterblichkeit" ein.

In ihrem wissenschaftlichen Diskurs führte Dr. Altrichter die Zuhörer zunächst aus ihrer Sicht in die Mythenwelt des Gilgamesch Epos ein. Sie schlüsselte den Symbolgehalt verschiedener Tafeln des Epos auf und belegte, wie diese ihren Niederschlag in späteren Mythen, wie der Variation der Sintfluterzählung der Bibel oder der Gralssage fanden, und welchen Gegenwartsbezug die Mythen aus Sicht von Genomforschern noch heute haben. Im Zentrum ihrer Fragestellung stand die Auseinersetzung des Menschen mit magisch-mythischen und mentalen Bewusstseinsformen sowie mit dem Tod und dem Wunsch nach Unsterblichkeit. Dr. Viola Altrichter zeigte auf, wie aktuell die bereits im Gilgamesch Epos verankerten existentiellen Konflikte verschiedener Bewusstseinsebenen noch heute sind, indem sie mithilfe vielfältiger Belegspuren auf die Verbindungen zur gegenwärtigen Gentechnologie und Fortpflanzungsmedizin mit ihren Klonexperimenten verwies. Ein Thema, das auch Manfred Blessmann in seinen Klonzyklen verarbeitet hat.

 

Dr. Viola Altrichter

Kultur-Soziologin, Gast-Dozentin und Referentin an verschiedenen Erwachsenen-Bildungsstätten sowie Akademien mit kulturanthropologischen - und mythenanalytischen Forschungs- und Lehrschwerpunkten. Neben weiterer Dozenturtätigkeit seit 1987 auch Radioautorin für Hörspiele, kulturphilosophische Essays, Märchen und Features