Gilgamesch

Alte Feuerwache I Köln 2006

Ausstellung mit Werken von Manfred Blessmann (Foto: Ludolf Dahmen, Köln)
Schülertheater, Städtische Förderschule für Lernen am Thymianweg (Foto: Ludolf Dahmen, Köln)

4 Annäherungen im Spiegel der Gegenwart

Ausstellung - Theater - Diskurs - Dialog

Mit vier Annäherungen - Ausstellung, Theater, Diskurs und Dialog - hat sich die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft in der Alten Feuerwache Köln im März 2006 mit Themen des Gilgamesch auseinander gesetzt und interpretierte die Thematik des Werkes auf unterschiedlichen Ebenen, um eine Wiedergewinnung sowie Erweiterung von existenzieller Komplexität zu erhalten.

Die Partner dazu stammten aus den Bereichen

  • Ausstellung -  Kunstwerke des Künstlers Manfred Blessmann aus Berlin
  • Theater - Schülertheatergruppe der Städtischen Förderschule Thymianweg in Köln 
  • Diskurs - Vortrag der Kulturwissenschaftlerin Dr. Viola Altrichter
  • Dialog - moderierte Diskussionen mit Besuchern

Mit dem Projekt realisierte die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft ein experimentelles Gesamtprojekt im Sinne ihrer sozialästhetischen Praxiskonzeption und in Anlehnung an die Ideen der "Arbeit im Sozialen Atelier". Diese Gemeinschaftsarbeit bedeutete, sich mit sozialästhetischen Mitteln mit der gesellschaftlichen Situation des Menschen in der Gegenwart zu befassen. Jede Herangehensweise setzte sich auf ihre ganz eigene Art und Weise mit Fragen nach den menschlichen Grundlagen auseinander und ermöglichte damit neue Erkenntniszugänge. So konnte der Besucher über kreatives Gestalten und Tun neue Denkanstöße und Anregungen gewinnen. Aus diesem Grunde lässt sich das Projekt nur in seiner Ganzheit betrachten. Eine Auflösung in Einzel- oder Teildisziplinen war nicht gewollt.

Das Grundlagenthema für das Gesamtprojekt bildete das Gilgamesch Epos - das erste große literarische Zeugnis zu menschlichen Grundfragen. Die in Keilschrift geschriebene Heldengeschichte erzählt von einem Freundespaar, dem Gewaltherrscher Gilgamesch und dem Naturmenschen Enkidu. Deren zentrale Geschichte erzählt den Traum des Menschen nach Unsterblichkeit, seiner Angst vor dem Tod verbunden mit dem mühevollen Weg zur Erkenntnis von Sterblichkeit - der Erkenntnis vom sinnvollen Handeln als Sinn des menschlichen Daseins.

In der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft gehört das Gilgamesch Projekt zu einer Reihe von Vorhaben, in denen es darum geht, nach eben diesen Wurzeln unseres Denkens und Handelns zu suchen, den Wurzeln von Gewalt und Ohnmacht, aber auch von Selbstverantwortung als Mitverantwortung für die Gegenwart. Aus Stiftungssicht ist mit diesem Projekt eine zeitgemäße Annäherung an Aussagen des Gilgamesch Epos gelungen.

Projektleitung: Niina Valavuo

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