Schulentwicklung im Netzwerk

Mobiler MakerSpace für Schulen

Katja Anokhina
Tel.: +49 (228) 26716-314

Im Projekt Mobiler MakerSpace, das die Codingschule junior aus Düsseldorf im Auftrag der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft begleitet, wird den teilnehmenden Schulen für den Zeitraum des Projektes ein Klassensatz Raspberry Pis mit zusätzlichen Modulen wie Kameras, Sensoren und Buttons zur Verfügung gestellt. Die kleinen Einplatinencomputer erfordern wenig informatische Fachkenntnisse und sind in allen Lernformaten einsetzbar. Bei der Arbeit mit dem Mobilen MakerSpace werden Lehrkräfte intensiv unterstützt und eng begleitet. So können die Schulen ausprobieren, was genau Making ist und wie dieser Ansatz sich in die Unterrichtsprozesse implementieren lässt.

Was ist ein MakerSpace?

MakerSpaces gelten als innovative Lernumgebungen für eigenverantwortliches, kreatives und kollaboratives Arbeiten mit analogen und digitalen Technologien. Die zugrundeliegenden Ansätze und Methoden wie Konstruktionismus, Learning by doing und Design Thinking versprechen einen hohen Grad an Selbstwirksamkeit und Autonomie. Auf dem Weg zum etablierten MakerSpace in Schulen bietet das Projekt Mobiler MakerSpace der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft eine Möglichkeit zum Experimentieren und Ausprobieren und zeigt die Potenziale des Making und Coding in der Schule auf.

„MakerSpaces ermöglichen und erfordern neue Lernformen und Schulentwicklung“

Quelle: Thomas Merz, Prorektor Forschung und Wissensmanagement PHTG

Projektverlauf Mobiler MakerSpace

Das ProjektMobiler MakerSpace startete im April 2019. Pro Projektphase (Dauer ca. 6 Monate) geht der Mobile MakerSpace an zwei Schulen. Teilnehmende sind Lehrkräfte und Lernende, die in den Workshops erste Codes schreiben lernen und kleine Projekte entwickeln. Ziel ist es, mit Hilfe des Mini-Computers eigene Projektideen zu realisieren. Während der Projektphase erhalten die Lehrkräfte bei allen Fragen technischen und didaktischen Support.
Die Nutzung des Mobilen MakerSpace soll den Schulen einen Impuls geben für eine langfristige Auseinandersetzung mit fächerübergreifender informatischer Bildung um im Idealfall zur langfristigen Etablierung eines MakerSpace zu führen.

Der Raspberry Pi dient dabei als kreatives Werkzeug – sowohl für den klassischen Fachunterricht, als auch für offene Lernformate. Mit dem kleinen Mini-Computer lässt sich zum Beispiel die Temperatur im Bienenstock messen, moderne Kunst programmieren und ein Musikinstrument erstellen.

Von April bis Mitte Juli 2019 wurde der Mobile MakerSpace an der 4. Aachener Gesamtschule und der Gesamtschule Uellendahl-Katernberg in Wuppertal eingesetzt. Im Einführungsworkshop lernten die Lehrkräfte Grundlagen der Arbeit mit dem Raspberry Pi und entwickelten eigene Projektideen. In Aachen haben Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe acht in Begleitung eines Deutschlehrers in der Programmiersprache Python Spiele in Minecraft geschrieben. Die Schule will mit Raspberry Pis weiterarbeiten und perspektivisch einen MakerSpace in der Schule aufbauen. Die Schülerinnen und Schüler aus Wuppertal haben Minecraft gehackt und den Mobilen MakerSpace für das schulische Tierzimmer eingesetzt, um dort mit den Sensoren die Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu messen. Die Ergebnisse der Arbeit mit dem Mobilen MakerSpace werden auf der Konferenz Bildung Digitalisierung 2019 präsentiert und die Nachhaltigkeit des Ansatzes diskutiert.

Von September 2019 bis Januar 2020 geht der Mobile MakerSpace an die Prismaschule Langenfeld und die Gesamtschule Höhscheid in Solingen.

Drei Lehrkräfte von jeder Schule haben am Einführungsworkshop am 17. September 2019 teilgenommen, in dem sie die Grundlagen in der Arbeit mit dem Raspberry Pi (Scratch und Python) und vom Physical Computing kennengelernt haben. Die Lehrkräfte setzten ein eigenes Maker-Projekt um und fanden selbstständig heaus, wie man die Temperatur mit dem Raspberry Pi und einem Sensor misst. Der eigene Lernprozess, die Vielfalt der Lösungswege und auch der Umgang mit Frustration wurden anschließend reflektiert und diskutiert. An der Prismaschule wird mit dem Mobilen MakerSpace im Bionic-Kurs gearbeitet. An der Gesamtschule Höhscheid wird der MakerSpace in der Informatik eingesetzt.

Von Januar bis zu den Sommerferien 2020 ist der Mobile MakerSpace an der Justus-von-Liebig-Schule in Duisburg.

Codingschule junior

Anfang 2016 startete die Codingschule mit Workshops und Kursen für Kinder und Jugendliche in Düsseldorf. Codingschule junior bietet ein offenes Kursprogramm und führt Projekttage und Programmier-Workshops für Lehrende an Schulen durch. Im „Mobilen MakerSpace” führt die Codingschule junior die Projektschulen mit Workshops in die Nutzung der Raspberry Pis ein und leistet technischen Support bei der Entwicklung eigener Lernszenarien.

30. April 2019
Auftakt Mobiler MakerSpace

Mit dem Raspberry Pi – einem Platinencomputer – Ideen und Projekte für den eigenen Unterricht entwerfen: Unter Anleitung der Codingschule junior starteten Lehrkräfte von vier Schulen aus dem Netzwerk mit dem Mobilen MakerSpace.

Weiterlesen