Montag Stiftung Urbane Räume

Chancengerechtigkeit vor Ort gestalten

Nachbarschaftsfest der KALKschmiede*.
Foto: Christopher Clem Franken

Nachbarschaftsfest der KALKschmiede*

Die Lewerenzstraße im Samtweberviertel, Krefeld.
Foto: Stefan Bayer

Die Lewerenzstraße im Samtweberviertel, Krefeld

Über uns

Herausforderung

In den Städten und Gemeinden Deutschlands sind Tendenzen der Segregation und der sozialen Spaltung zunehmend spürbar. Fast jede Stadt hat Viertel, die durch soziale und ökonomische Belastungen geprägt werden. Es drohen nicht selten Abwärtsspiralen aus Armut und Ausgrenzung, die weitere Probleme mit sich bringen und fast immer auch mit fehlenden Teilhabemöglichkeiten der dort lebenden Menschen in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt und gesellschaftlichem Leben einhergehen.

Leitbild

Wir, die Montag Stiftung Urbane Räume, sind davon überzeugt, dass die Basis einer chancengerechten Gesellschaft im urbanen Raum, in der Entwicklung vielfältiger und sozial, funktional und baulich gemischter Quartiere liegt. Nur lebendige Quartiere, in welchen Menschen gerne leben und eine Heimat durch kulturelle, soziale und ökonomische Angebote finden, entwickeln sich stabil. Zivilgesellschaftliche Akteure, die sich auch für ihre Nachbarschaft verantwortlich fühlen und sich selbstorganisiert engagieren, gewinnen dabei mehr und mehr an Bedeutung. Wir wollen dieses Engagement ebenso unterstützen, wie diejenigen motivieren, die bisher weniger engagiert sind.

Handlungsansatz und Stiftungsprogramme

Die Montag Stiftung Urbane Räume setzt sich dafür ein, dass die Räume, in denen wir wohnen, arbeiten und freie Zeit verbringen, so entwickelt werden, dass sie ein selbstbestimmtes und chancengerechtes Leben ermöglichen. In Partnerschaften mit der Öffentlichen Hand und der Wirtschaft möchte sie vor allem die Zivilgesellschaft anregen und dabei unterstützen, ihre Stadt mitzugestalten.

In Quartieren haben vielfältige und aktive Nachbarschaften, die sich für ihr Umfeld und das Gemeinwohl einsetzen und durch ihr Engagement allen Bewohnerinnen und Bewohnern ihres Stadtteils Möglichkeiten zur Teilhabe eröffnen, eine große Bedeutung. Im Programmbereich „Neue Nachbarschaft“ möchte die Montag Stiftung Urbane Räume mit verschiedenen Formaten einen Beitrag leisten, dass bestehende Nachbarschaftsinitiativen erfolgreich sind und neue entstehen.

Eine chancengerechte Stadtteilentwicklung ist aber keine nachbarschaftliche Einzelaufgabe, sondern eine gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe. In der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Kommunen, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft liegt eine andere wichtige Voraussetzung für die Entwicklung des Gemeinwesens und des Gemeinwohls. Im Programmbereich „Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung“ erprobt die Stiftung den Ansatz, mit einer Investition in eine Immobilie unternehmerisches Handeln und gemeinwohlorientierte Stadtteilentwicklung zu verbinden.

Um neben aktuellen auch zukünftigen Herausforderungen in der Stadtentwicklung zu begegnen, werden zeitgemäße Strategien und Instrumente benötigt. Diese lassen sich nur im integrierten, offenen und interdisziplinären Austausch mit unterschiedlichsten Akteuren entwickeln. Diesen Dialog führt die Stiftung mit verschiedenen Formaten in ihrem dritten Programmbereich „Urbane Dialoge“.

Herkunft und Unabhängigkeit

Die Montag Stiftung Urbane Räume ist eine gemeinnützige, operative Stiftung mit Sitz in Bonn und wurde 2005 gegründet. Sie finanziert ihre Tätigkeit aus den Mitteln der Carl Richard Montag Förderstiftung, die das Vermögen des Stifters Carl Richard Montag verwaltet. Die daraus resultierende wirtschaftliche Unabhängigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für die Wahrung der politischen und ideologischen Unabhängigkeit, die die Stiftung zu einem glaubwürdigen, verlässlichen und flexiblen Partner macht. Sie ermöglicht ihr, neue Ansätze auszuprobieren, die unabhängig von ihrem Erfolg oder Misserfolg in jedem Fall neue Erkenntnisse und praktisches Wissen für Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft erbringen. Dieses Wissen teilt die Stiftung über Publikationen, Internetseiten, Veranstaltungen und Gremienarbeit nach den Grundsätzen des Creative Commons.

Haltung und Kultur der Zusammenarbeit

Die Montag Stiftung Urbane Räume ist mit ihren Projekt- und Netzwerkaktivitäten in gleicher Weise Projektmacher, Themenanwalt, Moderator, Multiplikator und Brückenbauer. Vorstände und Mitarbeiter entwickeln gemeinsam mit Partnern eigene Handlungsprogramme und Projekte und setzen diese dem Leitsatz der Stiftungsgruppe Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung folgend um. Die Stiftung vergibt darüber hinaus keine Fördermittel. Ihren Partnern begegnet die Stiftung auf Augenhöhe. Die Menschen vor Ort sind der Stiftung dabei genauso wichtig, wie die Akteure von Kommunen, Ministerien, Fachinstitutionen, Verbänden, Unternehmen oder anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen. Die Vorstände der Stiftung sind Stefan Anspach und Henry Beierlorzer.

BROSCHÜRE