Nachbarschaften sind die Basis einer chancengerechten Entwicklung

Ein demokratisches Gemeinwesen ist ganz wesentlich auf gute Nachbarschaften angewiesen. Hier kennt man sich und vertraut sich, streitet sich und hilft sich, weiß um die Talente und die Bedarfe der Anderen. Hier werden Selbstorganisation und Teilhabe konkret. Nachbarschaften prägen die Menschen, die in ihnen leben - und werden durch sie geprägt. Auch weil man sich im öffentlichen Raum zufällig begegnen und alternative Lebensentwürfe kennenlernen kann.

Heterogene Nachbarschaften als Chance

Gute Nachbarschaften brauchen ein Mindestmaß an Unterschiedlichkeit. Wenn sie jeweils nur arm oder reich, bunt oder monoton, alt oder jung sind, können sie zwar funktionieren, grenzen sich aber nach außen ab und öffnen keine neuen Perspektiven.

Heterogene Nachbarschaften bieten der Vielfalt eine Heimat. Dafür brauchen sie allerdings Brückenbauer und Vermittler zwischen den unterschiedlichen Kulturen. Sie brauchen außerdem Räume, in denen sich die Menschen treffen, etwas herstellen, Kultur und Kunst produzieren, gemeinsam feiern oder die Nahversorgung sichern können. In einigen Nachbarschaften sind diese Räume ganz selbstverständlich vorhanden. Sie werden beispielsweise durch die öffentliche Hand oder die Kirchengemeinden finanziert. In Gemeinden mit wenig Geld für freiwillige Aufgaben - und hier besonders in Stadtteilen, in denen viele arme Menschen leben - fehlen solche Räume allerdings oft.

Immovielien - Immobilien von vielen für viele

Schon heute engagieren sich viele unterschiedliche Akteure in und für ihre Nachbarschaften. Und sie werden mehr: Einzelpersonen, Bürgervereine, Stiftungen, Genossenschaften und offene Netzwerke - sie pflegen die Verbundenheit mit ihrer Heimat, tragen Bildungsangebote, kümmern sich um den öffentlichen Raum, um kulturelle und Sport-Infrastrukturen, um ältere und junge Nachbarn und ein friedvolles Zusammenleben der unterschiedlichsten Kulturen.

Sie alle wollen einen Mehrwert für die Gemeinschaft schaffen, bei der Gestaltung ihrer Städte mitreden und mitmachen. Viele von Ihnen übernehmen zusätzlich Verantwortung für das Gemeinwesen. Sie öffnen Räume für die Nachbarschaft und übernehmen Verantwortung für Immovielien - Immobilien von vielen für viele. Damit gehen sie in der Regel ein hohes, immobilienwirtschaftliches Risiko ein. Inspirierende Projekte finden Sie in unserer Beispielsammlung Immovielien: www.neue-nachbarschaft.de/immovielien.

  • Initiative Dorfzukunft, Flegessen, Hasperde und Klein-Süntel: Menschen aus drei Dörfern betreiben gemeinsam einen Dorfladen und engagieren sich für eine nachhaltige Zukunft. Foto: HauptwegNebenwege.de/Espen Eichhöfer

  • Menschenskinder, Darmstadt: Der Verein Menschenskinder Darmstadt e.V. betreibt ein Familienzentrum mit Kindertagesstätte und baut ein Schwimmbad zum Stadtteilcafé aus. Foto: HauptwegNebenwege.de/Heinrich Völkel

  • Das Elsebad ist ein Bürgerbad am Stadtrand von Schwerte. Aus Protest gegen die Schließung durch die Kommune wurde es schon vor 20 Jahren von Bürgern in Selbstverwaltung übernommen. Foto: Verena Maas

  • Der Mirker Bahnhof mitten in Wuppertal ist heute Utopiastadt. Ein Stadtraum, den engagierte Bürger für die Nachbarschaft erobert haben. Foto: Verena Maas

  • Das Grandhotel Cosmopolis ist eine Überraschung. Es ist gleichzeitig Café und Hotel, Atelierhaus und Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen, Veranstaltungsort und Nachbarschaftstreff. Foto: Grandhotel Cosmopolis

  • Die Bürgerstiftung Rohrmeisterei Schwerte macht es vor: Gemeinnütziges Engagement lässt sich mit unternehmerischem Denken und Handeln verknüpfen und macht sich so unabhängig von städtischen Zuschüssen. Foto: Peter Liedtke

Ziele des Programms Neue Nachbarschaft

Das Programm Neue Nachbarschaft soll dazu beitragen, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger in gemeinnützigen Initiativen selbst Verantwortung für die Entwicklung von Immovielien in ihren Quartieren und für die Entwicklung ihrer Quartiere selbst übernehmen.

Damit sich solche Initiativen leichter gründen und erfolgreicher sein können, brauchen sie neben Geld und dem Bewusstsein, nicht alleine zu sein, vor allem Antworten auf die im Projektalltag immer wieder auftauchenden Fragen: Was ist die passendste Rechtsform? Wie überzeugen wir Geldgeber? Wie erreichen wir mehr Mitstreiter? Was wäre die beste Strategie, langfristig Zugriff auf eine Immovielie zu erhalten und sie dem Stadtteil zu öffnen?

Mit dem Programm Neue Nachbarschaft möchte die Stiftung Antworten auf diese drängenden Fragen anbieten. Sie baut Hürden ab, vor denen die Engagierten heute und in absehbarer Zukunft stehen. Mit verschiedenen Formaten bietet sie Know-how für die praktische Arbeit vor Ort, vernetzt Engagierte und Spezialisten und kümmert sich darum, dass nachbarschaftliches Engagement als ernstzunehmender Partner einer chancengerechten Stadtentwicklung wahrgenommen wird.

Angebote im Programm Neue Nachbarschaft

Wissensplattform

Auf der Wissens- und Informationsplattform finden Interessierte Informationen zu Nachbarschaftsprojekten sowie Erfahrungen von Fachleuten und erfolgreichen Initiativen. Neben aktuellen Informationen im Blog macht u. a. eine Sammlung von Arbeitshilfen zum Ausdrucken Lust auf gute Ideen und Mut für die eigene Initiative.

Zur Wissensplattform:
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Werkstattreihe

Foto: HauptwegNebenwege.de/JS

Eine regelmäßig stattfindende Werkstatt richtet sich vor allem an junge Initiativen in der Zielfindungs- und Entwicklungsphase. Mit einem zweitägigen Programm bekommen sie die Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und Know-how auszutauschen. Fachleute wie Steuerberater, Kommunikationsexperten oder Organisationsentwickler helfen dabei, die jeweiligen Vorhaben konkret voranzutreiben.

Mehr Informationen zur nächsten Werkstatt und zu den Inhalten auf:
Opens external link in new windowhttp://www.neue-nachbarschaft.de/werkstatt/

Infobrief

Der zweimal jährlich erscheinende Infobrief richtet sich sowohl an Initiativen als auch an weitere Unterstützer zivilgesellschaftlichen Engagements. Neben Reportagen über Immovielien-Projekte finden sie dort Positionen von Vertretern der Öffentlichen Hand, der engagierten Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Der Infobrief leistet damit einen Beitrag, dass sich die unterschiedlichen Gruppen im Sinne einer gemeinwohlorientieren Stadtteilentwicklung noch mehr als Partner auf Augenhöhe verstehen und gemeinsam mehr erreichen.

Alle Artikel aus dem Infobrief auf:
Opens external link in new windowwww.neue-nachbarschaft.de/infobrief

AKTUELLES

Neue Nachbarschaft - Infobrief 6 PLANEN UND BAUEN

Immovielien bauen schlauer! Warum das so ist, lesen Sie im neuen Infobrief [mehr]

Beispielsammlung Immovielien

Erste 15 Projektportraits mit Filmen und Bildern nun auf www.neue-nachbarschaft.de online [mehr]

INFOBRIEF

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KONTAKT

Antje Eickhoff
Montag Stiftung
Urbane Räume

Tel. 0228/26716-474
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