Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung

Ausgangslage: Stadtviertel mit schwierigen Perspektiven

Stadtteile mit besonderen ökonomischen und sozialen Belastungen kennt fast jede Stadt. Den einen droht eine Abwärtsspirale aus Armut und Ausgrenzung, die nicht selten mit Segregationsprozessen, instabilen Wohnungs- und Immobilienmärkten sowie schwach ausgeprägtem zivilgesellschaftlichem Engagement einhergeht. Anderen Stadtteilen drohen spekulative Immobiliengeschäfte und steigende Mieten, durch die das vor Ort bestehende soziale Gefüge den ökonomischen Zwängen nicht mehr standhalten kann. Beide Tendenzen können grundsätzlich langfristig den Zusammenhalt unserer Gesellschaft gefährden.

Hier setzt die Stiftung mit ihren Programmen Initialkapital für eine chancengerechte Stadtentwicklung und Neue Nachbarschaft an. Gerade dort, wo Stadtteile mit schwierigen sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen zu kämpfen haben, möchte die Stiftung mit ihren Projekten die Lebenslagen und Entwicklungschancen der Menschen vor Ort verbessern.

Ansatz: Initialkapital - Investition in Steine und Menschen

Die Idee hinter dem Ansatz Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung ist, durch eine Investition in eine Immobilie, dauerhafte Renditen für einen Stadtteil zu erwirtschaften. Diese Renditen sollen dem Stadtteil im doppeltem Sinne zugute kommen: Erstens über die sozialen Effekte, die von den Nutzern der Immobilie selbst ausgehen, und zweitens über konkrete, wirtschaftliche Gewinne, welche dauerhaft für gemeinnützige Projekte in den Stadtteil zurückfließen. Diese Projekte sollen vor allem die soziale und kulturelle Entwicklung des Stadtteils befördern sowie die Verbundenheit der Menschen mit ihrer teilweise neuen Heimat und die interkulturellen Verständigungsprozesse in den Blick nehmen. Auf diese Weise möchte die Stiftung dazu beitragen, dass sozial gemischte, heterogene Viertel mit funktionierendem Gemeinwesen und Teilhabemöglichkeiten für alle Bevölkerungsgruppen entstehen.

Im Pilotprojekt Nachbarschaft Samtweberei probiert die Stiftung diesen Ansatz seit 2013 in Krefeld erstmals erfolgreich aus. Mit dem Projektaufruf: Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung sucht die Stiftung seit dem Frühsommer 2015 bundesweit nach einem weiteren Stadtteil mit lokale Akteuren. Die Suche wird voraussichtlich bis ins erste Quartal 2016 andauern.

Initialkapital: Der Handlungsansatz in fünf Entwicklungsschritten erklärt

In Stadtteilen mit schwierigen Perspektiven (1) wird durch die Investition (2) und die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort ein entscheidender Impuls für mehr Eigeninitiative, Teilhabe und Verantwortung gegeben.

Das in die Immobilie investierte Kapital soll – trotz günstiger Mieten und Pachten – durch die Bewirtschaftung (3) Überschüsse erzielen, die auf Dauer einen Teil der Gemeinwesenarbeit im Quartier finanzieren (4). Damit soll ein übertragbares Modell an der Schnittstelle von Immobilienentwicklung, Gemeinwesenarbeit und zivilgesellschaftlich getragener Stadtteilentwicklung entwickelt werden (5).

Die Strukturen und eingesetzten Instrumente sollen mit den lokalen Akteuren so aufgebaut werden, dass sie von den Menschen und Institutionen vor Ort übernommen und weitergeführt werden können, wenn die Stiftung sich nach einigen Jahren wieder zurückzieht.

 

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