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Alte Samtweberei in Krefeld ausgezeichnet

Marcel Rotzinger

NRW-Landespreis geht an das Wohnungsbauprojekt

Wohnen als aktives und sozial gerechtes Zusammenleben: eine Idee, die in der „Alten Samtweberei“ in Krefeld in die Tat umgesetzt wurde. Seit 2013 ist hier aus einem einstigen, leerstehenden Industriebauwerk eine lebendige, gemeinschaftliche und gemischt genutzte Immobilie entstanden, deren innovatives Wohnprojekt nun mit dem „NRW-Landespreis für Architektur, Wohnungs- und Städtebau – Gutes Bauen im öffentlich geförderten Wohnungsbau“ belohnt wird. Die Preisverleihung findet am 9. Oktober um 17 Uhr im Kunstmuseum K21 in Düsseldorf statt.


Die Jury bezeichnet das Konzept „Alte Samtweberei“ als „einfach und intelligent“, „ein Wohnungsbauprojekt, das die vielfältigen gewerblichen, kulturellen und gemeinschaftlichen Nutzungen abrundet und zur Ausbildung eines besonderen und vitalen Orts in einem ehemals problematischen Gründerzeit-Quartier sinnfällig beiträgt.“ Ausgezeichnet werden neun weitere herausragende NRW-Wohnkonzepte mit erschwinglichen Mieten.


Die „Alte Samtweberei“ in Krefeld zeigt, dass in NRW längst Praxis ist, was bundespolitisch diskutiert wird: mit einfachen Mitteln und nachbarschaftlichem Engagement bezahlbaren und gemeinwohlorientierten Wohnraum schaffen, der förderliche Impulse für die gesamte Stadtentwicklung gibt. Das Projekt beherbergt 37 Wohneinheiten, mit heterogen durchmischter Mieterschaft, etwa 50 Unternehmen aus der Kreativwirtschaft, diverse Vereine und zusätzliche Gemeinschaftsräumlichkeiten. Für den Bestand und das soziale Miteinander leisten alle Mieter sogenannte Viertelstunden, mit denen sie Projekte der Nachbarschaft aktiv unterstützen. Zudem bleibt das Projekt durch den Rückfluss der erzielten Mietrendite auch wirtschaftlich durch und durch gemeinwohlorientiert: Der ehrenamtliche Viertelsrat entscheidet, in welche nachbarschaftlichen Projekte bis zu 60.000 € pro Jahr gesteckt werden, die wiederum dem Wohnumfeld und den Bewohnern zugutekommen.


Das nachbarschaftliche und nachhaltige Lebensraumkonzept wurde von Beginn an getragen von der Montag Stiftung Urbane Räume, deren Ziel es ist, gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklungen in der Stadtentwicklungspraxis zu verankern. Die Stiftung ist davon überzeugt, dass die Basis einer chancengerechten urbanen Gesellschaft, in der Entwicklung vielfältiger sowie sozial, funktional und baulich gemischter Quartiere liegt. Zivilgesellschaftliche Akteure, die selbstorganisiert Immobilien für viele – Immovielien – entwickeln und sich für ihre Nachbarschaft engagieren, sind ein wichtiger Akteur einer kooperativen Stadtentwicklung.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter:
www.samtweberviertel.de und www.montag-stiftungen.de/inka

Zum NRW-Landespreis gelangen Sie hier:
www.aknw.de/baukultur-in-nrw/auszeichnungsverfahren/landespreis-nrw