Kuratorenwerkstatt II
Villa Prieger I Bonn 2007
Videokunst: Letterbox
Der Blick in die Produktionswerkstatt
Das Ziel der dreitägigen Werkstatt lag darin, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Blick hinter die Kulissen der Videoproduktion zu ermöglichen. Der Schwerpunkt der Arbeit in dem Werkstattseminar lag daher vor allem auf der Vermittlung praxisrelevanter Kenntnisse.
In Zusammenarbeit mit den beiden Künstlern Katja Davar und Jörg Wagner sollten in Kleingruppen technische Grundlagen vermittelt werden, um die Videokunst von ihrer Produktion her begreifbar zu machen. Ausgehend von den während der Videonale gezeigten Arbeiten, im Gespräch mit den Video-Experten Georg Elben und Dr. Ulrike Groos von der Kunsthalle Düsseldorf und durch die eigene Produktion eines Videos sollten die Teilnehmer zu Begründungskompetenz und Urteilsfähigkeit geführt werden.
Arbeitsteam
Arbeitsteam
Georg Elben - Leiter der Videonale 11
Georg Elben studierte Kunstgeschichte, politische Wissenschaft und Germanistik in Bonn, Mailand und Karlsruhe. 2005 kuratierte Georg Elben erstmals die Videonale 10 im Kunstmuseum Bonn. Für die „Videonale 11 – Festival für zeitgenössische Videokunst“ hat Georg Elben eine internationale Fachjury zusammengestellt.
Im Rahmenprogramm der Videonale geht es u.a. um die Besonderheiten von Video als künstlerisches Medium in Bezug zu anderen Ausdrucksformen der bildenden Kunst.
Schwerpunkt der Workshops sind Fragen des Copyrights und dessen Auswirkungen auf Ausstellungsorte und Sammlungen.
Weitere Informationen:
http://wwwv.videonale.org
Katja Davar - Künstlerin
Katja Davars Arbeiten bewegen sich in einer medialen Spannbreite zwischen klassischer
Malerei, Zeichnung, Aquarell, Stickerei und 3D-Animation. Die spezielle, poetische und
zugleich rationale Ausdrucksweise ihrer Arbeiten vermittelt eine Faszination für neue Technologien und beinhaltet gleichzeitig die kritische Reflexion der medialen Möglichkeiten. Während sich frühere Arbeiten auf die Wechselwirkung zwischen Mensch und Computer konzentrierten, erkunden die neuen Arbeiten den Fortschritt neuer Technologien und deren Verfallsgeschwindigkeit.
Sie begreift den virtuellen Raum – wie er sich auch in den Animationen von Computerspielen konstruiert – als relationales und netzartiges Gebilde einer zu gestaltenden zweidimensionalen Oberfläche und den Computer als zeitgemäßes Werkzeug zur Konstruktion von virtuellen Räumen in den Grenzbereichen zwischen Realität und Fiktion.
Jörg Wagner - Künstler
Jörg Wagner ist Bildhauer, der für seine Narrationen komplexe (oft begehbare) Raumskulpturen benötigt. In Kombination mit Ton- und Videodokumenten lädt er diese Raumgebilde mit seltsamen und hintergründigen Bedeutungen auf. Bekannt wurde Jörg Wagner durch seine Papier-Rekonstruktionen von bewohnten Räumen. In seinen Installationen und Skulpturen greift er Begegnungen mit Zeitgenossen auf, die allmählich, bei genauerem Blick und konzentriertem Zuhören ihre Eigenartigkeiten enthüllen. Mit großer Präzision und zugleich einfachen Mitteln entwickelt er für diese Erzählungen Räume von lichter Klarheit und atmosphärischer Dichte. Jörg Wagner reflektiert darin die Ursprünge der bewegten Skulptur – als ein möglicher Anknüpfungspunkt für die Funktion der „Videokunst“. Weitere Informationen:
www.joergwagner.info
Konzept
Konzept
Warum „Letterbox“? Der Begriff „Letterbox“ steht für die beiden schwarzen Balken oben und unten im Film. Woher kommt der Begriff? Man stelle sich einen in einem Briefkasten sitzenden Betrachter der Außenwelt vor. Natürlich nimmt dieser Beobachter die Welt in einem beschränkten Blickfeld wahr, das oben und unten begrenzt ist. In diesem Verständnis führt der Begriff „Letterbox“ zu den Ursprüngen des klassischen Videoformats, dem Screenformat 4zu3 (640x480 Bildpunkte), das aus der Frühzeit des Fernsehens stammt. Das Filmformat des Kinos war jedoch breiter als das Videoformat, was dazu führte, dass das Filmformat zur Darstellung auf dem Fernsehmonitor links und rechts geschnitten werden musste oder in die „Letterbox“ musste, wodurch er die schwarzen Balken erhielt. Bis heute hat sich im Fernseh- und Videobereich das 16zu9-Format durchgesetzt, da es sowohl annähernd dem menschlichen Sichtfeld, als auch dem 35mm Format des klassischen Kinofilms entspricht.
Diese Details bringen uns mitten in die Technik und damit in den praktischen Teil des Seminars. Am Ende der drei Tage werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Blick in die Produktionswerkstatt der Videokunst verstehen, welche Bedeutung dieses Grundlagenwissen hat.






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