Blick zurück nach vorn
Villa Ingenohl in Bonn I 2008
Vor zehn Jahren, im Sommer 1998, fand das erste Kunstprojekt der Montag Stiftung Bildende Kunst (seit 04/11 Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft) im öffentlichen Raum statt. Inzwischen haben sich 54 Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland an insgesamt acht Ausstellungen beteiligt.
In diesem Jahr wurde eine erste Zwischenbilanz gezogen: 27 KünstlerInnen aus vergangenen Projekten beteiligen sich an der Ausstellung "Blick zurück nach vorn", in deren Zentrum die Villa Ingenohl stand, eine alte Rheinvilla in unmittelbarer Nachbarschaft zur Villa Prieger, dem Sitz der Montag Stiftungen.
Ausstellung - Kunstwerke schaffen Verbindungen
Ausstellung - Kunstwerke schaffen Verbindungen
Im Zentrum der Ausstellung "Blick zurück nach vorn" stand die Villa Ingenohl. Das große weiße Haus ist vom Rheinufer aus – besonders im Sommer – kaum sichtbar. Umgeben von hohen alten Bäumen und dichten Sträuchern trennt es zudem eine Bruchsteinmauer von der belebten Promenade am Fluss. In der Nachkriegszeit beherbergte es Teile des Bundeskanzleramtes und diente später den Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes als Kinderhort. In vielen, der heute morbide wirkenden Räumen, ist die einstige Nutzung noch erkennbar.
Die 27 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler haben für diesen Ort überwiegend neue Arbeiten entwickelt: Rauminstallationen, Video- und Klang-Collagen, Malerei, fotografische Arbeiten. Während Maike Kloss und Tamer Serbay mit ihren Werken – einem sehr speziellen Trimm-dich-Pfad und einer Installation aus farbstarken Papier-Ziegeln – das Flussufer in die Ausstellung einbeziehen, entschied sich der Künstler Babak Saed für die gegenüberliegende Seite der Villa Ingenohl. Er hängt einen Löwen – in Lebensgröße – nebst visualisiertem Brüllen quer über die Adenauer Allee. Die viel befahrene Straße verbindet die Bonner City mit der Museummeile. Schräg gegenüber Museum Koenig heißt die Installation des Konzeptkünstlers – eine unübersehbare Intervention im öffentlichen Raum.
Zwischenbilanz - 10 Jahre Stiftungsarbeit
Kuratorin der Ausstellung war Ingrid Raschke-Stuwe, Vorstand der Montag Stiftung Bildende Kunst. Für sie war das Kunstprojekt Teil einer Zwischenbilanz nach zehn Jahren aktiver Stiftungsarbeit. „Wir wollen mit unserer Arbeit dazu beitragen, den Umgang mit zeitgenössischer bildender Kunst selbstverständlicher zu machen“, erklärte sie. „Deswegen gehen wir mit unseren Projekten in der Regel in den öffentlichen Raum. Mit dieser ersten Ausstellung am Sitz der Stiftung möchte ich den Stiftungscampus öffnen, denn wir haben viele neue Ideen für die Zukunft und einen nicht unwesentlichen Teil davon wollen wir in den nächsten Jahren an diesem Ort, hier in Bonn realisieren.“
Ausstellungen der Montag Stiftung Bildende Kunst fanden bereits in Dresden, Dortmund, Emsdetten, Erpel-Remagen, Wuppertal und in Bonn-Dransdorf statt.







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