Perspektive Armut

Kooperationsprojekt mit der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

Foto: A. von Hoyningen-Huene, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschft


Als Kooperationsprojekt mit der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft schrieb die Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn das erste Mal im Sommersemester 2014 eine Förderung für studentische Vorhaben mit sozialer Relevanz zum Thema "Perspektive Armut" aus.

Im März 2015 startete die zweite Runde der hochschulinternen Ausschreibung. Wie bereits im Vorjahr liegt der inhaltliche Fokus auf dem Thema Armut.

Dabei stand in der aktuellen Ausschreibung eine stärkere Öffnung der Thematik im Vordergrund: „Partizipative Kunstprojekte als Möglichkeit gesellschaftlichen Wandels – Armut als Herausforderung“ lautete dementsprechend der Titel. Die Studierenden waren aufgefordert, die Wirkung von partizipatorischen Kunstprojekten innerhalb sozialer Zusammenhänge und deren Veränderungspotenzial in einen breiteren gesellschaftlichen Zusammenhang zu stellen. Umsetzungszeitraum der Projekte ist Anfang Juni bis Ende November 2015.

Die öffentliche Abschlusspräsentation fand am 23. Januar 2016 in der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Campus I statt.

Die geförderten Kunstprojekte 2015

Drinnen trifft draußen

Besucherzonen der JVA Köln-Ossendorf

Eingereicht: Theresa Herzog (FB Kunst-Pädagogik-Therapie), Sarah Arend (FB Kindheitspädagogik), Lisa Küpper (FB Architektur) und weitere Studierende

Jury: Ein überzeugendes Projekt, was das Thema „gesellschaftlichen Wandel“ in einem prekären Zusammenhang (Justizvollzuganstalt) künstlerisch bearbeitet und durch verschiedene künstlerische Formate Insassen und Angehörige (Innen und Außen) miteinander in einen Dialog bringt.

Eigenschaft mit Leidenschaft

Multikulturelles Kunstprojekt mit Kindern und Jugendlichen

Eingereicht: Anna Thinius (Master Bildende Kunst), Laila Sahrai (Master Bildende Kunst)

Jury: Das Projekt mit Jugendlichen aus einem Bonner Übergangsheim und einer angrenzen-den Schule überzeugte die Jury durch seinen Versuch, sprachlich-kulturelle Grenzen mit den Mitteln der Kunst sichtbar zu machen und Lösungen zu kreieren.

Perspektive Ich

Kunstprojekt im öffentlichen Raum zum Thema Selfie

Eingereicht: Lilian Friese (FB Malerei), Jacqueline Burk (FB Malerei)

Jury: In dem Kunstprojekt werfen die Studentinnen einen kritischen Blick auf das Thema Selbstdarstellung. Ihre Aktion im öffentlichen Raum überzeugte die Jury durch die Einfachheit und Ausdrucksstärke der künstlerischen Mittel. Durch die Fragestellung „wie andere mich sehen – wie ich wirklich bin – wie ich gerne gesehen würde“ wird das Thema gesellschaftlicher Wandel auf eine sehr persönliche Sichtweise transformiert.

Büro für Wunschvermittlung

Interaktives binationales Kunstprojekt

Eingereicht: Leo Fischer (FB Bildende Kunst), Leon von der Eltz (ehem. BWL, Post Industrial Design HBK Basel)

Jury: Die Jury honorierte das Konzept mit seiner internationalen und interaktiven Ausrichtung. Nahe an den Gedanken einer „sozialen Skulptur“ entwickelten die Studenten ein schlüssiges Projekt, in dem partizipativ Menschen im öffentlichen Raum in Oxford und Köln sich künstlerisch begegnen, um über das Thema „Gesellschaftlichen Wandel“ in einen später sichtbaren Diskurs zu kommen.

Outside the black box

Ausstellungsprojekt zum Thema gesellschaftlicher Wandel und Psychotherapie

Eingereicht: Jennifer Skibbe (BWL), Natasha Grimm (BWL) mit Kunststudierenden

Jury: In dem Ausstellungsprojekt im LVR Bonn wird von den Studierenden der Versuch unternommen, sich auf künstlerischer und partizipativer Ebene mit dem Thema des Zusammenhangs von gesellschaftlichem Wandel und Psychiatrie auseinanderzusetzen, indem gemeinsam gestaltete künstlerische Prozesse in eine öffentlich zugängliche Ausstellungssituation überführt werden.

Perspektive Armut 2014: Kunstprojekte und Verfahren

Perspektive Armut 2014: Kunstprojekte und Verfahren

Tischgespräche

Laura Ries und Joakim Couchoud gelangten über die Auseinandersetzung mit dem Begriff „Armut“ zu der grundlegenden Frage: Was braucht der Mensch? Ihre Antwort: „Austausch und offene Begegnungen“. Und wo kann dies besser stattfinden als gemeinsam an einem Tisch. Davon ausgehend konzipierten die Bildhauerei-Studentin und der BWL-Student das Projekt „Tischgespräche“: Im Oktober 2014 brachten sie die unterschiedlichsten Menschen an einen gemeinsamen Tisch und diskutierten über Armut. „Uns ist es wichtig, so wenig wie möglich vorzugeben“, erklärten die Studierenden.

Tabula Rasa

Ein Tisch stand auch bei dem Projekt „Tabula Rasa“ von Miriam Nolte und Loïc Devaux im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Flüchtlingen bauten sie an einem öffentlichen Ort eine Tafel aus Holz, an der sie anschließend zusammenkamen. „Wir wollen Menschen, die aufgrund ihrer Geschichte alles verloren haben, einen künstlerischen Freiraum zur Verfügung stellen“, beschrieben die beiden Studierenden der Bildhauerei ihr Projekt. Die kulturelle Vielfalt der Baugruppe sollte sich auch in den verwendeten Materialien widerspiegeln.

Kunstprojekt Medinghoven

Das dritte geförderte Projekt widmete sich dem als sozialen Brennpunkt bezeichneten Medinghoven in Bonn-Hardtberg sowie dem besonderen Verhältnis zwischen Kind und Tier. In dem multikulturellen und jungen Stadtteil brachten Giuseppe Marion und Wolfgang Alexander Tiller Kinder in sinnlich erfahrbaren Kontakt mit Tieren. Mit Mitteln der Zeichnung, Malerei oder des kreativen Schreibens näherten sich die Kinder dem Wesen der Tiere. Parallel dazu befragten der Student der Kunst-Pädagogik-Therapie und der Bildhauerei-Student Erwachsene zu ihren Kindheitserinnerungen an prägende Erlebnisse mit Tieren.

Das Verfahren

Die Jury, bestehend aus Mitgliedern beider Kooperationspartner, wählte drei Projekte aus, die sie mit 1.500€ in ihrer Umsetzung unstützten. „Alle drei Projekte überzeugten dadurch, dass bestechend einfache Ideen inhaltlich klar, thematisch relevant und in sich schlüssig dargestellt wurden“, begründete Ruth Gilberger, Vorständin der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft, das Urteil der Jury.

Ergänzend zum Offenen Forum, der 2013 begonnenen Veranstaltungsreihe zur gesellschaftlichen Teilhabe durch Kunst, setzen die beiden Kooperationspartner damit auf eine verstärkte Verknüpfung von Theorie und Praxis. So waren Studierende aller Fachrichtungen der Alanus Hochschule bis Mitte April 2014 aufgerufen, als Tandem oder in kleinen Gruppen interdisziplinäre partizipatorische Kunstprojekte zum Thema Armut zu entwickeln.

Bis November 2014 hatten die Studierenden Zeit, ihre Ideen umzusetzen. "Der Fokus aller drei Projekte liegt auf der prozesshaften Entstehung der Kunstprojekte, in denen das Einlassen auf die Offenheit der möglichen Prozesse und Ergebnisse unter Beteiligung von Menschen aus sozialen Brennpunkten wesentlicher Bestandteil ist", erklärt Sandra Freygarten. Die Professorin für Kunsttransfer leitet gemeinsam mit Thomas Egelkamp, Professor für Kunstvermittlung und Kunst im öffentlichen Raum, das Projekt "Perspektive Armut". Zusammen mit Isabel Rith-Magni und Gabriele Oberreuter von der Transferstelle "Partizipative Kunst" der Alanus Hochschule bildeten sie die weiteren Jurymitglieder.

Veranstaltungsort

Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Campus II - Villestraße 3
53347 Alfter bei Bonn

BLOG

Sämtliche Blogbeiträge zum Projekt finden Sie hier

KATALOG 2015

Katalog
Perspektive Armut II

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Herausgeber:
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Institut für philosophische und ästhetische Bildung

KATALOG 2014

Katalog Perspektive Armut I

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Herausgeber:
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Institut für philosophische und ästhetische Bildung

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