Referenzrahmen für einen leistungsfähigen Schulbau in Deutschland
Gerade ältere Schulbaurichtlinien sind kaum noch geeignet, den heutigen pädagogischen Anforderungen nach vielfältigen Lern- und Arbeitsformen, inklusiven Bildungskonzepten oder zeitgemäßen Ganztagsschulen gerecht zu werden. Gleichzeitig wächst der Bedarf an verlässlichen Qualitätsmerkmalen, denn die nachhaltige Verbesserung der in die Jahre gekommenen Bildungsinfrastruktur ist eine der drängenden gesellschaftlichen Aufgaben.
In dem Projekt wird ein inspirierender und praxistauglicher Referenzrahmen für einen leistungsfähigen Schulbau erarbeitet, der den Akteuren aus Schule, Politik, Architektur, Verwaltung und Zivilgesellschaft bei Neu- und Umbaumaßnahmen von Schulen oder der Entwicklung lokaler Qualitätstandards im Schulbau verlässlich Orientierung geben kann. Kooperationspartner des Projekts ist bislang der Bund Deutscher Architekten (BDA). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat einen Teil des Projektes finanziell unterstützt.
Die ersten Ergebnisse des Projekts liegen nun vor.
Vergleichsstudie
Das Institut für Öffentliche Bauten und Entwerfen der Universität Stuttgart hat gemeinsam mit dem Institut für Schulentwicklung Überlingen eine Vergleichsstudie ausgewählter Richtlinien im Schulbau erarbeitet. Die Studie zeigt nicht nur beträchtliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Regelwerken auf, sondern identifiziert bereits erste Themenfelder, in denen der Neuregelungsbedarf besonders augenfällig ist.
Werkstattgespräche
Eine Forschergruppe der TU Wien und der TU Berlin hat im Auftrag der Stiftungen im Frühsommer 2011 vier regionale Werkstattgespräche in Bonn, Stuttgart, Bremen und Bernburg/Saale durchgeführt und wissenschaftlich ausgewertet. Eingeladen waren ca. vierzig Akteure aus den Bereichen Schulverwaltung, Bauen und Liegenschaften, Architektur, Schulleitung, Ministerien und regionale Genehmigungsbehörden, um die gegenwärtige Anwendungspraxis bestehender Schulbaurichtlinien zu reflektieren und mögliche Erwartungen an einen neuen, praxistauglichen Referenzrahmen für leistungsfähigen Schulbau zu formulieren. In den Gesprächen wurde deutlich, wie wichtig allen Akteursgruppen die Qualität von Schulbauprozessen ist; viele am Schulbau Beteiligte wünschen sich ein flexibles Referenzsystem, das zwischen „harten“ Festlegungen und „weichen“ Vorgaben bzw. Empfehlungen differenziert.
Eckpunkte eines künftigen Referenzrahmens
Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wird das Vorhaben im Jahr 2012 mit der Erarbeitung des Referenzrahmens fortgeführt. Im Januar fand dazu ein erstes Gespräch mit engagierten Vertretern aus den Kommunen und dem Bund, aus Schule, Politik, Planung, Verwaltung und Wissenschaft in Berlin statt, bei dem erste Eckpunkte des künftigen Referenzrahmens beraten wurden.
Der Referenzrahmen wird Orientierung für die Entwicklung von kommunalen oder regionalen Musterraumprogrammen und Förderrichtlinien geben und darüber hinaus Hilfestellung für Planer und Entscheider bei konkreten Bauprojekten bieten. Er zeigt die wichtigsten Regelungspotenziale auf und formuliert jene Qualitätsstandards im Schulbau, die notwendig sind, um zeitgemäßes Lernen optimal zu unterstützen und den veränderten Anforderungen an Schulen gerecht zu werden. Diese Standards umfassen konkrete Kennwerte (wie z.B. qm pro Nutzer) und Empfehlungen zu Organisationsmodellen und Schulbauprozessen sowie zur Gebrauchstüchtigkeit und Gestaltqualität von Schulgebäuden.















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