Sozialästhetik
„Wenn wir Ästhetik verstehen als sinnlich wahrzunehmende Qualität,
dann ist Sozialästhetik deren Erweiterung in den sozialen Raum, ihre
demokratische Übersetzung, Deutung und Sinngebung.“
Dr. Theo Eckmann
Der Begriff Sozialästhetik ist ursprünglich ein echter Praxisbegriff: Mit dem autobiographischen Lesebuch „Sozialästhetik – Lernen im Begegnungsfeld von Nähe und Freiheit“ führte der Mitbegründer und langjährige Vorstand der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Theo Eckmann, diesen Begriff in die Stiftungsarbeit ein.
Zunächst als Gegenmodell zu einer auf rein formelle Bildung und Wissensaneignung zielenden Pädagogik konzipiert, bedeutet der Begriff Sozialästhetik für uns heute weit mehr – er ist zur konzeptionellen Grundlage geworden, auf der wir unsere Ideen und Zielsetzungen reflektieren und weiterentwickeln.
Dabei orientieren wir uns am Ideal einer Gesellschaft, die so verfasst ist, dass sie in ihrem Alltagsleben ein gleichberechtigtes Zusammenspiel aller Menschen ermöglicht. Diesem erstrebenswerten Zustand können wir uns nur nähern, wenn wir dem heute vorherrschenden Verwertungs- und Nutzendenken ein neues Denken entgegensetzen. Sein besonderes Merkmal ist Fantasie und Kreativität bei der Verfolgung sozialer Ziele.
In diesem Prozess spielt die „Ästhetik“ eine vielseitige Rolle: Insbesondere künstlerische Formen tragen dazu bei, das neue Denken zu vermitteln, zu bestärken und zu schulen und sind deshalb zentraler Bestandteil unseres Bildungsansatzes. Ziel ist eine nach außen und innen wahrnehmbare, inklusive Qualität gesellschaftlichen Zusammenlebens, das jedem Menschen auf vielfältige Art und Weise gerecht wird.
Mit diesen Gedanken ist Sozialästhetik heute für uns eine lebendige Ideenlandschaft, die wir in der Stiftung pflegen wie einen Garten. In diesem Garten gibt es starke Bäume, neue nachwachsende Pflanzen und etliche Ecken, zu denen wir noch gar nicht vorgedrungen sind – aber wir sind davon überzeugt, dass unsere Arbeit am Begriff und an der Sache den wichtigen Veränderungsprozess hin zu einer inklusiven Gesellschaft unterstützt und voranbringt.
Weitere Informationen zur Herleitung des Begriffs sind nachzulesen in der Rezension von Theo Eckmanns Buch "Sozialästhetik – Lernen im Begegnungsfeld von Nähe und Freiheit", erschienen in der Schriftenreihe "Beiträge zur Sozialästhetik. Bd. 5. Bochum/Freiburg/Bonn. 2008".
