Inklusion

Was bedeutet Inklusion?

Die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft versteht unter Inklusion entsprechend des internationalen Diskurses das Bestreben, Institutionen, Organisationen oder Unternehmen so zu gestalten, dass sich alle Menschen willkommen und wertgeschätzt fühlen, die in und mit diesen agieren. In Deutschland werden inklusive Konzepte seit langem im Erziehungs- und Bildungskontext diskutiert. Jeder Mensch ist auf einzigartige Weise begabt und hat Eigenschaften, Talente und Fähigkeiten, die für die Gemeinschaft wertvoll sind. Inklusion wird hier als ein Konzept des menschlichen Zusammenlebens in einer offenen, inklusiven und demokratischen Gesellschaft verstanden, in der Partizipation und Vielfalt selbstverständlich sind. Auf kommunaler Ebene engagieren sich heute viele Initiativen. Dabei wird Inklusion als ein Gestaltungsprozess verstanden, der sich auf alle Bereiche der Gesellschaft erstreckt. Innerhalb einer inklusiven Gemeinschaft ermöglicht es dieser Prozess, Denken und Handeln zu hinterfragen und Verhaltensweisen zu reflektieren sowie Veränderungsprozesse in Gang zu setzen. Darum engagiert sich die Stiftung für eine nachhaltige Veränderung gesellschaftlicher Bedingungen und Strukturen, um die Ursachen für Benachteiligung, für Diskriminierung und Aussonderung innerhalb der Gesellschaft zu erkennen und abzubauen.

Was bedeutet Handeln in einem inklusiven Verständnis?

Unser Handel orientiert sich an folgenden Prinzipien:

  • Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben
  • Ein wertschätzender Umgang mit Vielfalt und Heterogenität
  • Die Anerkennung individueller Eigenschaften, Talenten und Fähigkeiten eines jeden Menschen als Ressource
  • Die Reflexion des eigenen Denkens und Handelns
  • Die nachhaltige Veränderung von Strukturen und Bedingungen, die Ursachen von Benachteiligung und Diskriminierung darstellen
  • Das Potential inklusiver und partizipativer Gestaltungsprozesse zu erkennen und zu nutzen

Was sind inklusive Prozesse?

Inklusive Prozesse sind von Menschen aktiv gestaltete Veränderungsprozesse, die sich an der Leitidee Inklusion orientieren. Diese Prozesse können sich in allen Bereichen unserer Gesellschaft wiederfinden. Dabei geht es sowohl um individuelle Haltungen als auch um Entwicklungen von ganzen Systemen. Als wesentliches Hilfsmittel haben sich der Index für Inklusion bzw. seine Varianten bewährt. Die Nutzung der Fragen führt zu dialogischen Auseinandersetzungen und Weiterentwicklungen. Auf Grundlage des englischsprachigen Index for Inclusion (Bristol 2002) und seine deutsche Übersetzung (Halle 2003) wurde von der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft unter Einbeziehung vieler Akteur/innen der kommunale Index für Inklusion (Berlin 2011) entwickelt. Mit seiner Hilfe werden derzeit viele Veränderungsprozesse in kommunalen Kontexten angeregt und umgesetzt sowie weitere Varianten des Index‘ in Teilbereichen entwickelt.

Inklusive Prozesse sind nur dann wirksam, wenn sie von vielen Menschen verantwortet werden.

Mit dem Schwerpunkt auf Kommunen und Bildungseinrichtungen trägt die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft seit zehn Jahren durch konkrete Projekte zu inklusiven Veränderungsprozessen bei. Sie können durch qualifizierte Begleitung wirksam unterstützt werden, wofür die Stiftung ein Konzept entwickelt, 2015 veröffentlicht und somit der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat (zum Trainingshandbuch Inklusion auf dem Weg).