Kommunaler Index für Inklusion - Vielfalt erkennen, wertschätzen und nutzen

Dokumentation eines Vorgängerprojektes

Inklusionsprojekt Wiener Neudorf
Grafik: Mag. Dr. Maria-Luise Braunsteiner, Pädagogische Hochschule NÖ

Anlass und Ziel des Projektes

Neben der Arbeit mit dem Index für Inklusion in Bildungseinrichtungen unterstützt die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft seit 2009 mit dem Kommunalen Index für Inklusion auch Mitarbeiter/innen in kommunalen Verwaltungen sowie freien und gemeinnützigen Organisationen, Verbänden, Vereinen, Verwaltungen und Kirchen darin, inklusives Handeln in ihren Aufgabenfeldern umzusetzen und somit Inklusion im Lebens- und Arbeitsumfelder bewusst zu leben.

Das Ziel des Projektes Kommunaler Index für Inklusion - Vielfalt erkennen, wertschätzen und nutzen lag darin, Inklusion als Leitbild für werteorientiertes Denken und Handeln in Einrichtungen und Organisationen auf kommunaler und regionaler Ebene zu stärken und Veränderungsprozesse zu initiieren.

Aktivitäten innerhalb des Projektes

Die Inklusion aller Einwohner/innen im kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Geflecht des Gemeinwesens findet in erster Linie vor Ort, also in den Kommunen statt. Die Partizipation und Kooperation von Einrichtungen, Organisationen und Akteur/innen bei der Gestaltung des Zusammenlebens im Sozialraum ist ein zentrales Element unserer demokratischen Gesellschaft.

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit der Stiftung mit den Einrichtungen in den Pilotkommunen lag in dem Projekt in der Prozessberatung durch Moderator/innen, welche die Akteur/innen in den Organisationen vor Ort bei der Entwicklung inklusiver Vorhaben sowie bei der konkreten Arbeit mit dem Arbeitsbuch Kommunaler Index für Inklusion begleiteten. Ein besonderes Augenmerk lag hierbei in der Ausweitung und Förderung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen.

Auf der Grundlage der Erfahrungen aus der Arbeit mit den Pilotkommunen veröffentlichte die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft das Handbuch Inklusion vor Ort. Der Kommunale Index für Inklusion - ein Praxishandbuch. Das Handbuch soll neben den Pilotkommunen nun auch anderen Kommunen als wertschätzendes, Mut machendes Selbstentwicklungs- und Selbstevaluationsinstrument dienen, um sich mit drängenden Themen insbesondere im Hinblick auf die Chancengerechtigkeit aller zu beschäftigen undInklusion vor Ort zu leben.

Die Erfahrungen in den Pilotkommunen zeigen, dass die Arbeit mit dem Index reichhaltige neue Anstöße gibt, Veränderungsprozesse unter dem Leitgedanken Inklusion zu initiieren und weiter zu entwickeln. Gerade auch durch die Vernetzung von Erziehungs- und Bildungseinrichtungen mit anderen Einrichtungen (z.B. Sportvereinen, Elterninitiativen) und öffentlichen Stellen, wie beispielsweise Jugendamt oder Schulamt vor Ort, gewinnen diese Prozesse an Dynamik.

Pilotkommunenen und andere Einrichtungen im Projekt

Folgende Pilotkommunen und Einrichtungen haben in den Jahren 2009 bis 2011 mit der Stiftung kooperiert:

  • Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid (Nordrhein-Westfalen): Steuergruppe mit Vertreter/innen aus dem Förderverein der Grundschule Wolperath-Schönau, der Grundschule Wolperath-Schönau, dem Kinder- und Jugendparlament, Einwohner/innen mit Migrationshintergrund, Kirchengemeinden, dem Beirat für Zukunftsfragen, dem Schul- und Familienamt der Gemeinde und dem Sportverein.
  • Stadt Hennef (Nordrhein-Westfalen): Steuergruppe mit Vertreter/innen des Vereins Schule für alle e.V., dem StadtSportVerband Hennef, dem Verein betreute Schulen e.V., der Stadt Hennef und der Arbeitsgemeinschaft Jugendhilfe und Schule.
  • Bonn-Beuel (Nordrhein-Westfalen): Steuergruppe mit Vertreter/innen der Jugendfarm Bonn e. V., dem Diakonischen Werk Bonn und der Region gGmbH, der Stadt Bonn sowie verschiedenen Einrichtungen, Schulen und Kindergärten „rund um die Gartenschule“.
  • Eitorf (Nordrhein-Westfalen): Schule erleben in Harmonie - Verein der Freunde und Förderer der Gemeinschaftsgrundschule Eitorf-Harmonie e.V.
  • Lindau (Schleswig-Holstein): Gemeinde Lindau
  • Ludwigsburg/Reutlingen (Baden-Württemberg): Projekt IQUAnet - Arbeitsgemeinschaft Integration Reutlingen e.V. und Evangelische Hochschule Ludwigsburg
  • Wiener Neudorf (Österreich): Gemeinde Wiener Neudorf und die Steuergruppe für die Leitbildentwicklung in der Gemeinde

Darüber hinaus arbeitete die Stiftung mit einer Vielzahl weiterer Akteur/innen in Kommunen, Einrichtungen und Projektgruppen zusammen, die mit dem Kommunalen Index für Inklusion arbeiteten und deren Erfahrungen in das Handbuch einflossen.

Hierzu zählen unter anderem: die Projektgruppe Bremen Tenever, die Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren Bremen (Fachteams Inklusion), die Projektgruppe "Index für Inklusion" für Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Landschaftsverband Rheinland (LVR), das Projekt Inklusive Menschenrechte in Lüneburg und das Projekt Lines in Osterholz-Scharmbeck.

Das Projekt wurde gefördert von