Inklusion vor Ort

Der Kommunale Index für Inklusion in der Praxis

Kommunaler Index für Inklusion

Ausgangspunkt: Index für Inklusion für Bildungseinrichtungen

In einer Vielzahl von Bildungseinrichtungen wird seit Jahren mit dem Index für Inklusion für Schulen und Kindertagesstätten gearbeitet. Seit 2007 unterstützt die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft im Rahmen des Projektes Inklusion und Bildungseinrichtungen Schulen und Kindertagesstätten mithilfe des Index für Inklusion bei ihren Entwicklungen und Veränderungsprozessen.

Die Idee, den Index für Bildungseinrichtungen auf die Arbeit im Gemeinwesen anzuwenden, kommt aus dem britischen Suffolk: Dort wurde ein eigenes Handbuch entwickelt, um inklusives Handeln in allen kommunalen Bereichen umzusetzen. Dieses Handbuch wurde von der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft übersetzt, mit Blick auf die deutschen Gegebenheiten neu bearbeitet und im Jahr 2010 als Arbeitsbuch zum Kommunalen Index für Inklusion herausgegeben.

In Zusammenarbeit mit Pilotkommunen sowie Kooperationspartner/innen und Akteur/innen auf kommunaler Ebene wurde das Arbeitsbuch intensiv in der Praxis getestet. Die Erfahrungen aus der Arbeit mit dem Kommunalen Index für Inklusion sind in das Praxishandbuch Inklusion vor Ort – Der Kommunale Index für Inklusion eingeflossen, das im Oktober 2011 erschienen ist.

Drei Kernbereiche des Kommunalen Index für Inklusion

Der „Kommunale Index für Inklusion“ ist ein umfangreicher Fragenkatalog mit über 500 Fragen, von denen jede ein Startpunkt sein kann, um auch auf kommunaler Ebene über Inklusion nachzudenken, das eigene Handeln zu reflektieren und selbst aktiv zu werden.

Die Fragen zielen auf Kernbereiche des kommunalen Alltags und bilden in drei Fragenbereichen die verschiedenen Handlungsfelder ab, die für ein inklusives Gemeinwesen wichtig sind.

Unsere Kommune als Wohn- und Lebensort
Dieser Teil der Fragen bildet die Perspektive der Menschen vor Ort ab: als Individuum und als Teil der Kommune und der Gesellschaft. Dabei sind ausdrücklich alle Menschen gemeint, unabhängig von Herkunft, Lebensform, sozialem Status, Familiensprache, Geschlecht, Weltanschauung, sexueller Orientierung, Religion, Unterstützungsbedarf etc. Die Fragen beziehen sich auf das direkte Lebensumfeld jeder und jedes Einzelnen. Dazu gehören u.a. Themen wie Wohnen, Versorgung, Mobilität, Arbeit und Umwelt.

Inklusive Entwicklung unserer Organisation
Dieser Teil bildet die Perspektive der Menschen in einer Organisation ab: als Teil einer öffentlichen (oder auch privaten) Einrichtung, die sich inklusiv entwickeln will. "Organisation" wird dabei als Oberbegriff verwendet: Die Fragen richten sich an alle Mitwirkenden und Mitarbeiter/innen in freien und gemeinnützigen Einrichtungen, Verbänden, Vereinen, Initiativen, Zivilgesellschaftlichen Organisationen (ZGO), Kirchen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen sowie Einrichtungen der kommunalen Selbstverwaltung.

Kooperation und Vernetzung in unserer Kommune
Dieser Teil bildet die Perspektive von Menschen ab, die sich als Teil einer Organisation mit dem Ziel der Inklusion zusammenschließen wollen. Die Fragen beziehen sich auf Kooperation und Vernetzung auf lokaler und regionaler Ebene: Netzwerke schaffen, in Verantwortungsgemeinschaften zusammenarbeiten, sich auf gemeinsame Ziele einigen, Verständigungs- und Entscheidungsprozesse auf kommunaler Ebene realisieren.

Warum sollen wir mit dem Kommunalen Index für Inklusion arbeiten?

Die Arbeit mit dem Kommunalen Index für Inklusion bietet Chancen, um

  • die Verbesserungspotenziale für die eigene Organisation/Einrichtung zu identifizieren und erste, realisierbare Schritte zeitnah umzusetzen.
  • durch organisationsübergreifende Aktivitäten auf kommunaler Ebene Synergieeffekte zu erreichen.
  • das gesellschaftliche Bewusstsein zur Wertschätzung von Unterschiedlichkeit zu erhöhen und dazu beizutragen, dass die Menschen sich in der Gemeinschaft zueinander orientieren können.
  • die Selbstwirksamkeit im direkten Lebensumfeld zu erfahren und zu gestalten.
  • die barrierefreie Beteiligung an der Gestaltung des kommunalen Zusammenlebens und -wirkens zu verbessern und Zukunft mit zu gestalten.
  • Dienstleistungen kommunaler und anderer Träger besser an die Bedürfnisse und Bedarfe der Bevölkerung anzupassen.

HANDBUCH

Praxishandbuch mit den Fragen des Kommunalen Index für Inklusion
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