Musik in der ästhetischen Bildung schwerst- und mehrfachbehinderter Kinder/Menschen
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität Witten/Herdecke - Institut für Musiktherapie, Prof. Dr. Lutz Neugebauer.
Die Erfahrung von Klang und Musik bewegt Menschen in aller Regel tief, Musik kann direkt verändernd auf Emotionen und vegetative Funktionen wie das Atmen einwirken. Dieses Wissen wird zunehmend auch im therapeutischen Bereich eingesetzt. Musiktherapie basiert auf einem bio-psycho-sozialen Verständnis von Krankheiten und Störungen und ist an die Entwicklung einer therapeutischen Beziehung gebunden. Ihre therapeutische Wirksamkeit entfaltet sich durch Wahrnehmen, Erleben, Erkennen, Verstehen, Handeln und Kommunikation im Rahmen der therapeutischen Beziehung – Musik ist Beziehungsgeschehen, dient dem Dialog sowohl mit sich selbst als auch mit dem anderen. Die nonverbale Ebene schwer zugänglicher innerer Erlebnisbereiche kann durch die Wirkung von Musik mit in den therapeutischen Prozess einbezogen werden, was im Rahmen allgemeiner Gesprächspsychotherapie in diesem Umfang nicht möglich ist.
Ein Verfahren wie die Musiktherapie ist deshalb von großer Bedeutung für die Entwicklungsunterstützung von Kindern/Jugendlichen und erwachsenen Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, die aufgrund von eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten Schwierigkeiten haben, eine „normale“ Entwicklung vollziehen zu können – mit entsprechenden Konsequenzen wie sozialer Isolation, mangelnder Anerkennung, mangelnder Partizipation an Gesellschaft und Kultur.
Eines der Forschungsleitenden Institute für Musiktherapie und deren Anwendungen in Deutschland ist das Institut für Musiktherapie der privaten Universität Witten/Herdecke, mit der dem Institut angegliederten Stiftung Nordoff/Robbins für Musiktherapie. Die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft in Bonn unterstützt diesen universitären Bereich, damit Kindern mit Beeinträchtigungen im Rahmen von Musiktherapie die Möglichkeit gegeben werden kann, eine positive Beziehung zu sich selbst aufbauen und ihre Entwicklung bezogen auf soziale Bindungen verbessern zu können.
Die Fördermittel dienen dem Einsatz musiktherapeutischen Personals im Institut sowie der Etablierung von musiktherapeutischen Angeboten in sonderpädagogischen Einrichtungen, dazu gehört beispielsweise die Einzel- und Gruppenförderung autistischer Kinder in Witten. Alle musiktherapeutisch begleiteten Kinder und Erwachsenen werden zudem mittels standardisierter Entwicklungstests untersucht, mit der Zielsetzung, belegen zu können, dass ein Einbezug künstlerischer insbesondere musikalischer Aktivitäten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklungsförderung leisten kann und deshalb einen festen Platz im heilpädagogischen Bereich einnehmen sollte.
Weiterführende Links
Forschungsergebnisse zum Thema in englischer Sprache:
www.musictherapyworld.de

