Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland

„Guter Schulbau als Standard!“, lautet die Forderung der Montag Stiftung Urbane Räume und der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, die gemeinsam mit dem Bund Deutscher Architekten BDA und mit Unterstützung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) im November 2013 die „Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland" veröffentlicht haben.

Die Resonanz der Fachexpert/innen ist positiv: „Die Leitlinien sind besonders wertvoll, weil sie Qualitäten und Standards für Schulbauten formulieren in einer Zeit, in der Schulbaurichtlinien und Funktionsbeschreibungen veraltet sind oder gänzlich fehlen.“, so Doris Gruber, Architektin aus Berlin und ehemalige Vizepräsidentin des BDA.

Die 80-seitige Broschüre ist per Download erhältlich (interaktives PDF, 3 MB)

Gedruckte Exemplare sind unter folgender Bestelladresse erhältlich: Opens window for sending emailleitlinien(at)montag-stiftungen.de

Projektpartner/innen

Das Vorhaben wurde im Jahr 2010 von der Montag Stiftung Urbane Räume und der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft gestartet. Kooperationspartner/innen des Projekts sind bislang der Bund Deutscher Architekten (BDA) und der Verband Bildung und Erziehung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat einen Teil des Projektes finanziell unterstützt. An der Erarbeitung des Referenzrahmens sind verschiedene Institute und Büros aus den Bereichen Pädagogik und Architektur beteiligt.

Projektbausteine

Entwurf und Qualifizierung der Leitlinien

Entwurf und Qualifizierung der Leitlinien

Auf der Grundlage der im Januar 2012 diskutierten Eckpunkte hat die interdisziplinär besetzte Autor/innengruppe im Verlauf des Jahres 2012 den Entwurf der Leitlinien in mehreren Schritten erarbeitet. In der anschließenden Qualifizierungsphase haben Expert/innen aus Schule, Planung, Verwaltung und Wissenschaft den Entwurf geprüft und ergänzt. Am 22. März 2013 fand dazu ein ganztägiges Arbeitsgespräch im Deutschen Architekturzentrum (DAZ) in Berlin statt. Darüber hinaus wurde der Entwurf in diversen Ausschüssen des Deutschen Städtetags beraten.

Die endgültige Fassung der Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland wurde im Herbst 2013 publiziert und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Expert/innengespräch "Für einen leistungsfähigen Schulbau in Deutschland"

Expert/innengespräch "Für einen leistungsfähigen Schulbau in Deutschland"

Auf Einladung der Montag Stiftung Urbane Räume, der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und des Bundes Deutscher Architekten kamen im Januar 2012 ca. 60 Expert/innen aus Schule, Planung, Verwaltung und Wissenschaft in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zusammen, um über Zielsetzungen und Inhalte eines Referenzrahmens für den Schulbau zu beraten. Vorgestellt und debattiert wurden erste Themenfelder des geplanten Referenzrahmens: pädagogische Perspektiven im Schulbau; architektonische und städtebauliche Herausforderungen; Typologien und räumliche Organisationsmodelle; quantitative Bedarfe und Orientierungswerte; Prozesse und Verfahrenskultur im Schulbau. Die Vorträge und Diskussionen unterstrichen den dringlichen Handlungsbedarf und plädierten für verbesserte Rahmenbedingungen im Schulbau, damit Schulen, wie sie heute benötigt werden, nicht nach Regeln von gestern gebaut oder umgestaltet werden.

Opens internal link in new windowDokumentation des Gesprächs (PDF, 1,4MB)

Opens internal link in new windowThemenfelder und erste Eckpunkte (PDF,  617KB)

Regionale Werkstattgespräche zur Anwendungspraxis von Richtlinien im Schulbau

Regionale Werkstattgespräche zur Anwendungspraxis von Richtlinien im Schulbau

Eine Forscher/innengruppe der TU Wien und der TU Berlin hat im Auftrag der Stiftungen im Frühsommer 2011 vier regionale Werkstattgespräche in Bonn, Stuttgart, Bremen und Bernburg/Saale durchgeführt und wissenschaftlich ausgewertet. Eingeladen waren ca. vierzig Akteur/innen aus den Bereichen Schulverwaltung, Bauen und Liegenschaften, Architektur, Schulleitung, Ministerien und regionale Genehmigungsbehörden, um die gegenwärtige Anwendungspraxis bestehender Schulbaurichtlinien zu reflektieren und mögliche Erwartungen an einen neuen, praxistauglichen Referenzrahmen für leistungsfähigen Schulbau zu formulieren. In den Gesprächen wurde deutlich, wie wichtig allen Gruppen die Qualität von Schulbauprozessen ist; viele am Schulbau Beteiligte wünschen sich ein flexibles Referenzsystem, das zwischen „harten“ Festlegungen und „weichen“ Vorgaben bzw. Empfehlungen differenziert.

Opens internal link in new windowDokumentation der Werkstattgespräche (PDF, 1 MB)

Vergleichsstudie ausgewählter Richtlinien zum Schulbau

Vergleichsstudie ausgewählter Richtlinien zum Schulbau

Das Institut für Öffentliche Bauten und Entwerfen der Universität Stuttgart hat gemeinsam mit dem Institut für Schulentwicklung Überlingen eine Vergleichsstudie ausgewählter Richtlinien im Schulbau erarbeitet. Die Studie zeigt nicht nur beträchtliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Regelwerken auf, sondern identifiziert bereits erste Themenfelder, in denen der Neuregelungsbedarf besonders augenfällig ist: Neuere Regelwerke reagieren besser auf die veränderten pädagogischen Anforderungen an Schule; ältere Regelwerke operieren meist mit geringeren Flächenwerten für Raumgrößen, weil sie häufig noch auf dem Modell der nach Klassen- und Fachräumen gegliederten Halbtagsschule basieren und herkömmliche Unterrichtsformen (z.B. Frontalunterricht) in homogenen Leistungsgruppen zu Grunde legen.

Opens internal link in new windowKurzfassung der Vergleichsstudie ausgewählter Richtlinien im Schulbau" (PDF, 300KB)