Phase Null – Planungsprozesse gemeinsam gestalten

Pädagogische Architektur zielt nicht auf eine „schönere“ Gestaltung von Lernräumen, sondern auf eine Abstimmung von Raumstrukturen auf veränderte Anforderungen des Lernens und Unterrichtens. Voraussetzung dafür ist eine qualifizierte Projektentwicklung als „Phase Null“: Sie steht für den inhaltlichen Vorlauf, der benötigt wird, um eine Schule präzise entlang der Bedarfe der Nutzer/innen planen zu können und gleichzeitig eine optimale Abstimmung mit städtebaulichen, organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen zu erreichen.

Ziel der „Phase Null“ ist die Entwicklung eines tragfähigen inhaltlichen und räumlichen Konzeptes, das die Effizienz, Bedarfsgerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit des Bauvorhabens sicherstellt. Mit den zentralen Weichenstellungen in der Phase Null können in der Bauphase dann maßgeschneiderte, beispielhafte Ergebnisse erzielt werden, von denen nicht nur die Nutzer/innen, sondern auch die Kommunen profitieren.

Ablauf

Ziel der Phase Null ist es, an der Schnittstelle von Pädagogik und Architektur ein tragfähiges inhaltliches und räumliches Konzept zu entwickeln. Das pädagogische Konzept wird präzisiert und an den baulichen Möglichkeiten gespiegelt - Chancen und Grenzen werden ausgelotet, was gerade im Fall eines Umbaus von zentraler Relevanz ist. Die Prinzipien der Schulorganisation werden festgelegt. Die räumliche Struktur sollte dabei so gestaltet sein, dass sie anpassbar ist an pädagogische Veränderungen. Gleichwohl bedarf es grundlegender und weitreichender Organisationsentscheidungen, die für den Schulalltag prägend sind.

Während zu Beginn der Phase Null der Schwerpunkt auf der Überprüfung des pädagogischen Konzepts und der damit einhergehenden Festlegung der Nutzungsbedarfe liegt, verschieben sich die Leistungsschwerpunkte immer weiter in Richtung räumliche Planung/Architektur.

Partizipation und Beteiligung

Im Entwicklungsprozess Schulbau lassen sich vier wesentliche Akteur/innen benennen:

Alle Beteiligten haben berechtigte Ansprüche an das gemeinsame Vorhaben, erfüllen spezifische Aufgaben und unterliegen dabei bestimmten Hierarchien und Zwängen. Meist bewegen sie sich in eigenen Argumentationsräumen und sektoralen Begründungszusammenhängen. Umso wichtiger ist die Bereitschaft aller Beteiligten, sich auf den Diskurs und die Anforderungen der anderen einzulassen und in enger Abstimmung miteinander Wege zu finden, die eine gute, belastbare Lösung für das gemeinsame Bauprojekt ermöglichen.

Animation "Partizipation im Schulbau" von Max von Bock