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Veränderung im Vorstand der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

Zum 1. August 2017 wurde Olaf Köster-Ehling, bislang Generalbevollmächtigter der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, zum Vorstand der Stiftung berufen. Dr. Karl-Heinz Imhäuser, der die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft zwischen 2005 und 2017 leitete, wechselte in den Vorstand der Carl Richard Montag Förderstiftung und der Denkwerkstatt der Montag Stiftungen.

Ein Gespräch mit Olaf Köster-Ehling, Vorstand der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft:

„Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung“, nach diesem Leitsatz engagiert sich die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft seit vielen Jahren mit Projekten im Bildungsbereich für eine inklusive demokratische Gesellschaft. Herr Köster-Ehling, was bedeutet für Sie Demokratie und wie wollen Sie aktiv im Rahmen der Stiftungsarbeit an ihrer Gestaltung mitwirken?

Für mich bedeutet Demokratie zunächst ein hohes Gut, mit dem wir achtsam umgehen müssen. Das heißt im Rahmen unserer Stiftungsarbeit, dass wir aktiv Projekte entwickeln und begleiten, die alle Akteur/innen beteiligen und damit Demokratieprozesse in Gang setzen. Ein gutes Beispiel sind die von der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft initiierten Beteiligungsprozesse im Schulbau: Die Phase Null, in der Pädagog/innen und Architekt/innen gemeinsam mit den Nutzer/innen die Anforderungen an die räumliche Organisation von Bildungsbauten entlang ihrer Bedarfe formulieren. Wie müssen zukunftsfähige Schulen aussehen? Wie wird sich das Lehren und Lernen entwickeln? An welchen Orten wird Lernen über den Bildungsort Schule hinaus stattfinden? Diese Fragen sind angesichts der großen Raumbedarfe entscheidend, da gerade jetzt hohe Investitionssummen in den Schulbau fließen.

Aktuelle Studien gehen von weiter zunehmenden Raumbedarfen angesichts der steigenden Schülerzahlen aus. Prognosen zum Bevölkerungswachstum in Deutschland künden von einem Schüler-Boom statt der erwarteten demografischen Rendite. Welche Aufgaben werden im Bildungsbereich in den nächsten 15 Jahren noch auf uns zukommen?

Zunächst ist die steigende Geburtenrate in Deutschland eine erfreuliche Nachricht, denn das bedeutet eine nachwachsende Gesellschaft. Aktuell fehlt aber nicht nur pädagogisches Fachpersonal und alltagstaugliche Unterrichtskonzepte für das Lernen und Lehren in einer digitalisierten Gesellschaft. Eine wichtige Aufgabe wird es sein, Schule als lernende Organisation im Sinne einer Inklusiven Ganztägigen Bildungseinrichtung weiter zu entwickeln. Denn Lernen findet nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag und das ganze Leben lang statt.

Zum Abschluss eine Frage aus Max Frischs berühmten Fragebögen (Frankfurt am Main 1992):
Hoffen Sie angesichts der Weltlage:
a. auf die Vernunft?
b. auf ein Wunder?
c. dass es weitergeht wie bisher?

Ich bin ein optimistischer Mensch und habe in meiner langjährigen Arbeit als Pädagoge viel Dankbarkeit in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfahren dürfen. Das hat mich in meinem humanistischen Menschenbild bestärkt. Die Weltlage liegt in unseren Händen. Zukunft gestalten können wir nur mit Vernunft und durch ein Handeln in sozialer Verantwortung.

 

 

Olaf Köster-Ehling war zwanzig Jahre lang als Lehrer und Schulleiter an Förderschulen tätig sowie als Fortbildner für verschiedene Institute und Hochschulen. Neben einem Masterabschluss im Schulmanagement qualifizierte sich Herr Köster-Ehling als Berater, Supervisor und Coach und Systemischer Berater.